Die Erholung ist auch auf die Konjunkturpakete zurückzuführen. Einzig Bulgarien wird im kommenden Jahr unter der Maastricht-Grenze von drei Prozent liegen, die Schulden werden in Österreich 73,9 Prozent des BIP erreichen.
Brüssel/Wien (hie/APA). Der aktuellsten Prognose der EU-Kommission zufolge zeichnet sich in Österreich – wie auch in der gesamten Eurozone – eine Erholung der Konjunktur ab. Österreichs Wirtschaftsleistung soll im kommenden Jahr um 1,1Prozent zulegen können. Im Jahr darauf soll dann bereits die 1,5-Prozent-Marke erreicht werden.
Ähnlich sehen die Schätzungen für die Eurozone aus: In jenen 16EU-Staaten soll es heuer ein durchschnittliches Plus von 0,7 Prozent geben, 2011 soll dieses bei 1,5Prozent liegen. Im Frühjahr war der Ausblick noch deutlich getrübter: Da rechnete die Kommission sowohl für Österreich als auch für die Eurozone mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Gegend von 0,1Prozent.
Geliehenes Wachstum?
Marcus Scheiblecker vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) sieht aber „noch keinen selbsttragenden Aufschwung“. Für ihn ist zumindest das für 2010 prognostizierte Wachstum „allein auf die Konjunkturstützen zurückzuführen.“ Helmut Hofer vom Institut für Höhere Studien sieht das anders: Für ihn wird das Wachstum 2010 nur noch „relativ wenig vom Konjunkturpaket mitgetragen“ sein. In Österreich gibt der Staat heuer und im kommenden Jahr zwölf Mrd. Euro zusätzlich für die Belebung der Konjunktur aus.
Auf jeden Fall auf die Konjunkturpakete zurückzuführen ist die wachsende Staatsverschuldung: Die Neuverschuldung soll 2010 in Österreich 5,5 Prozent des BIP betragen (Eurozone: 6,9Prozent) und 2011 leicht unter diesem Wert liegen. Von allen 27 EU-Mitgliedstaaten wird im kommenden Jahr einzig Bulgarien unter der Maastricht-Grenze von drei Prozent liegen. Die Schulden werden in Österreich laut Kommission im kommenden Jahr 73,9 Prozent des BIP erreichen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)