UniCredit legt Banken zusammen: 7000 Jobs weniger?

Unicredit, Bank Austria Creditanstalt Foyer Foto: Matthias Silveri
Unicredit, Bank Austria Creditanstalt Foyer Foto: Matthias Silveri(c) ()
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Die Mutter der Bank Austria will in Italien ihr Geschäft restrukturieren, der Vorgang soll bis November 2010 abgeschlossen werden. Gleichzeitig soll das Kapital um vier Milliarden Euro aufgestockt werden.

Die Bank Austria-Mutter UniCredit setzt auf stärkere Kosteneinsparungen und verschlankt ihr Italien-Geschäft. Das permanente strategische Komitee UniCredits (Strategiekommission), dem zehn Mitglieder, darunter Konzernchef Alessandro Profumo, Aufsichtsratspräsident Dieter Rampl und die Vertreter der größten Aktionäre der Bank, angehören, haben sich gestern grundsätzlich mit dem ehrgeizigen Plan zur umfassenden Neuorganisierung der italienischen Geschäftsbereiche einverstanden erklärt, die bis November 2010 abgeschlossen werden soll.

Der UniCredit-Aufsichtsrat soll der Rationalisierung im kommenden März Grünes Licht geben, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Mittwoch.

Zusammenschluss mehrerer Banken

Profumo plant den Zusammenschluss von UniCredit mit den Töchtern Banco di Roma und Banco di Sicilia. Die Marke Banco di Sicilia soll weiterhin bestehen. Der Holding sollen auch die UniCredit Private Bank, UniCredit Corporate Banking und die auf Retail spezialisierte UniCredit Banca beitreten. Die Umstrukturierung verbindet sich mit der Stärkung der Kapitaldecke, die UniCredit mit der Kapitalaufstockung in Höhe von vier Milliarden Euro plant.

Das Bedürfnis, eine einzige Großbank zu gründen, entspringt nach Angaben aus der Gruppe der Notwendigkeit, sich anderen großen internationalen Geldhäusern anzupassen, die eine starke Präsenz außerhalb des Heimatlands haben. Als Modell dienen Profumo die Banken BNP Paribas, SocGen und Santander.

"Super-Manager"

Auf lokaler Ebene sollen weiterhin Divisionen mit starker Autonomie aktiv bleiben, damit UniCredit nicht den direkten Kontakt mit der Kundschaft verliert. In den elf Hauptsitzen der Bank will Profumo ein Team von "Super-Manager" aufbauen, die auf lokaler Ebene ausgedehnte Koordinierungfunktionen übernehmen sollen. Außerdem werden sieben "Relationship Manager" auf lokaler Ebene als "Botschafter" Profumos agieren und sich ihm direkt verantworten.

Die italienischen Gewerkschaften warnen vor schwerwiegenden Auswirkungen des Umstrukturierungsplans auf die Beschäftigung. Bis zu 7.000 Jobs seien gefährdet, warnte der Gewerkschaftsverbands CGIL. "Sollten diese Zahlen stimmen, würden wir auf keinen Fall verhandeln", sagte CGIL-Sprecher Andrea Bonansea. UniCredit beschäftigt in Italien 60.000 Mitarbeiter, ein Drittel des gesamten Personals des Bank-Konzerns.

Mehr Gewinn pro Aktie

Die europaweit tätige UniCredit ist auf Gruppenebene schon heute in Divisionen wie Retail, Unternehmenskunden- und Private Banking aufgeteilt. Bisher existieren in Italien diese Bereiche jedoch parallel dazu in eigenen Gesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit. Demnach existieren in Italien neben dem Verwaltungsrat auf Gruppenebene weitere fünf Verwaltungsräte. Diese sollen nun wegfallen, schreibt das deutsche "Handelsblatt" und die Struktur der Bank damit ähnlich aufgestellt werden wie das in Deutschland mit der Hypo-Vereinsbank und in Österreich mit der Bank Austria der Fall ist.

Die Analysten des Vermögensverwalters Equita Sim haben UniCredits Pläne gestern wegen der zu erwartenden Kostensenkungen gelobt. Dies werde nach ihren Berechnungen den Gewinn pro Aktie im Jahr 2011 um ein Prozent und im Folgejahr um zwei Prozent erhöhen, schreibt das Handelsblatt weiter. Dennoch gab der Aktienkurs von UniCredit gestern an der Mailänder Börse nach. Heute, Mittwoch, war die Aktie am Vormittag um mehr als 1 Prozent im Plus.

(APA)

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