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Münze Österreich steigt aus Schweizer Goldfirma aus

AFP (SEBASTIAN DERUNGS)
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Die Nationalbank-Tochter Münze Österreich gibt ihren 30-prozentigen Anteil am Schweizer Edelmetallverarbeiter Argor-Heraeus ab.

Der deutsche Edelmetallkonzern Heraeus, der bisher 33 Prozent an Argor-Heraeus gehalten hat, übernimmt das Schweizer Unternehmen komplett. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Das deutsche Unternehmen Heraeus teilte am Montag mit, die Beteiligungen der bisherigen Miteigentümer Commerzbank und Münze Österreich sowie die Anteile des Argor Managements zu übernehmen. Das Closing steht noch aus, die Behörden müssen dem Deal erst zustimmen. "Heraeus baut mit dieser Übernahme seine Edelmetallgeschäfte zum größten Edelmetalldienstleister der Welt aus", so Heraeus-Chef Jan Rinnert in der Aussendung.

Argor-Heraeus beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und verarbeitet Gold, Silber, Platin und Palladium zu Barren, Münzen oder Produkten für die Elektronikbranche, den Chemiesektor und die Uhren- und Schmuckindustrie.

Der Unternehmenswert von Argor wurde laut Reuters kürzlich auf eine Milliarde Franken (940 Millionen Euro) geschätzt. Argor Heraeus ist eine der großen Goldraffinerien in der Schweiz und nach eigenen Angaben einer der größten Edelmetallverarbeiter weltweit. Die in Mendrisio ansässige Firma mit einer Verarbeitungskapazität von jährlich rund 400 Tonnen war von 1973 bis 1986 eine hundertprozentige Tochter der Schweizerischen Bankgesellschaft SBG.

Argor war vor ein paar Jahren wegen Blutgold-Vorwürfen in die Schlagzeilen geraten. 2015 wurde aber ein Verfahren in der Schweiz wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Beihilfe zu Kriegsverbrechen eingestellt. Die Bundesanwaltschaft war in ihrer Einstellungsverfügung unter anderem zum Schluss gekommen, dass Argor Heraeus zwar hätte "wissen können, dass das aus Uganda ausgelieferte Rohgold mit größter Wahrscheinlichkeit im Ostkongo geplündert wurde". Dieses "Wissen-Können" reiche aber nicht aus, um den Vorwurf der vorsätzlichen Beihilfe zu Kriegsverbrechen aufrechtzuerhalten.

(APA)