Spaß am lebhaften Orgelklang

Symbolbild: Wiener Musikverein
Symbolbild: Wiener Musikverein(c) Clemens Fabry
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Olivier Latry gastierte mit Francis Poulencs spritzigem Konzert, Bertrand de Billy dirigierte auch Haydns "Letzte" mit Esprit.

Er war der Star des mittlerweile schon legendären Einweihungsfestivals der neuen Musikvereinsorgel. Nun kam er wieder und nahm das Publikum erneut im Sturm – Olivier Latry, Organist in Notre-Dame, Paris, versteht es, auf seinem im normalen Konzertrepertoire sozusagen unverkäuflichen Instrument Furore zu machen wie ein Pop-Künstler. Dabei tut er nichts anderes als jeder ernsthafte Klassikinterpret: Er spielt, so schön er kann.

Aber er spielt halt wirklich besonders schön. Und das Orgelkonzert von Francis Poulenc, das er diesmal gewählt hat, ist so etwas wie der Straßenfeger der gesamten Orgelliteratur, ein bisschen barocke Gravitas, beinah chansonhafte Melodik und ein zündendes (Beinah-)Finale, das noch den letzten Skeptiker davon überzeugt, dass die Orgel ein faszinierendes Instrument sein kann. Latry musiziert das Stück ohne Mätzchen, holt aber aus der neuen Musikvereins-Orgel wirklich jeden erdenklichen Registerzauber. Dabei zeigt sich, dass die Orgel auf diese Weise subtiler Nuancen fähig ist wie eine Geige, obwohl sich der Ursprung der Töne weit entfernt vom Musiker findet: Einige ganz stille Passagen im langsamen Satz des Konzerts ließen das Auditorium den Atem anhalten wie das edelste Sängerpianissimo.

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