2007 wurde nichts aus dem Einstieg bei Chrysler, nun bekommt Magna auch Opel nicht: Die Strategie der "Vorwärtsintegration" des Autozulieferers steht auf der Kippe.
Gut zwei Jahre nach dem Scheitern eines Einstiegsversuchs bei Chrysler musste der Zulieferer Magna International auch beim Kauf der europäischen GM-Tochter Opel eine Schlappe hinnehmen. Damit steht auch die Magna-Strategie nach "vorne", in die Autoindustrie zu diversifizieren, vor dem Aus. Nach der überraschenden Absage von General Motors in den Nachtstunden auf Mittwoch versicherte Magna-Chef Siegfried Wolf dem Großkunden des kanadischen Zulieferkonzerns, man werde GM sowie seine Tochter Opel auch "weiterhin unterstützen".
Zweiter Versuch bei Chrysler
Nachdem Chrysler in diesem Frühjahr in die Insolvenz geschickt worden war, hatte sich der kanadisch-österreichische Konzern bei Chrysler auch als Gesellschafter engagieren wollen - eine Abkehr von der langjährigen Firmenpolitik, mit der sich der Zulieferer Probleme mit seinen anderen Abnehmern ersparen wollte. Der Magna-Vorstoß war nicht erfolgreich. Am 30. April ging Chrysler schließlich an Fiat.
Glücklich gescheitert?
Viele Branchenbeobachter sehen das rückblickend als Glück: Anders als seine beiden direkten US-Konkurrenten zeigt Chrysler bis heute noch keine Anzeichen von Erholung und verzeichnete im Oktober in den USA erneut massiv fallende Verkaufszahlen (- 30,4 Prozent). Kunden wie BMW und VW hatten Magna für den Fall eines Opel-Einstiegs überdies unverhohlen mit dem Entzug von Aufträgen gedroht.
Kurz nach dem Fiat-Einstieg bei Chrysler hatte Magna begonnen, zusammen mit der russischen Sberbank einen Einstieg bei Opel zu verhandeln. Der Konzern brachte es durch geschicktes Lobbying zustande, die Betriebsräte, die Mehrheit der deutschen Bundesregierung und Bundesländer auf seine Seite zu ziehen. Anfang September - drei Wochen vor der deutschen Bundestagswahl - wurde sogar eine Verkaufsentscheidung verkündet. Mit entscheidenden Vorbehalten, wie sich heute herausstellte.
(Ag. )