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Wiener Ärztekammer: Thomas Szekeres vor zweiter Amtszeit

Szekeres
Thomas Szekeres dürfte Ärztekammerpräsident bleiben.Die Presse
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Der bisherige Präsident soll sich erneut auf eine Koalition geeinigt haben.

Der amtierende Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres dürfte weitere fünf Jahre an der Spitze der Standesvertretung bleiben. Obwohl ihm bei der Wahl am 25. März mit 17 Mandaten der Sprung auf den ersten Platz verwehrt blieb, soll er sich mit der bisherigen Koalition aus den Listen „Wahlgemeinschaft“, Grüne und „Kammerlight“ auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt haben.

Damit würde er Vizepräsident Johannes Steinhart, der mit seiner ÖVP-nahen Fraktion „Vereinigung österreichischer Ärztinnen und Ärzte – Liste Johannes Steinhart“ als klarer Sieger (26 Mandate) hervorgegangen war, erneut ausbooten. Denn auch bei der Wahl 2012 war Szekeres (damals noch als SPÖ-Mitglied und mit einer SPÖ-nahen Liste, mittlerweile mit einer eigenen Fraktion) nur auf Platz zwei gelandet und schmiedete anschließend eine Koalition, die ihn zum Präsidenten machte.

Offiziell erfolgt die Wahl zum Präsidenten am 2. Mai und ist geheim. „Presse“-Informationen zufolge soll aber Szekeres mit den entsprechenden Listen bereits Vereinbarungen getroffen haben.

„Königsmacher“ wäre in diesem Fall die „Wahlgemeinschaft“ von Wolfgang Weismüller, Personalvertreter im Krankenanstaltenverbund (KAV). Mit seinen insgesamt 20 Mandaten (inklusive Turnusärzte) wurde er zuletzt sowohl von Szekeres als auch von Steinhart umworben.

Letztlich dürfte entscheidend gewesen sein, dass die Mehrheit in der Kammer einen angestellten Arzt als Präsidenten haben will. Szekeres ist Labordiagnostiker im AKH, Steinhart hingegen ist Urologe mit einer Ordination.

Knallharte Linie gegen Stadt

Zudem konnte Szekeres in den vergangenen fünf Jahren sein Profil stärken und unter der Ärzteschaft mit einer knallharten Linie gegen die Stadtregierung punkten. So trat er beispielsweise kurzerhand aus der SPÖ aus, nachdem er sich mit der damaligen Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) überworfen hatte.

Steinhart hingegen wird höchstwahrscheinlich Vizepräsident der Wiener Ärztekammer und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte bleiben – durch seinen Erfolg unter den niedergelassenen Ärzten ist ihm diese Position de facto nicht zu nehmen. Eine weitere Möglichkeit, die noch nicht ausgeschlossen ist: Er schließt sich der Koalition rund um Szekeres an, das Amt des Präsidenten ist für ihn aber nicht mehr realistisch.