Die Verhandlungen über eine Rettung waren weiter ergebnislos. Es gebe bereits Notfallpläne, bestätigt eine Sprecherin des AMS Oberösterreich, schließlich sind allein in der Linzer Quelle-Zentrale 900 Menschen beschäftigt.
Linz/Wien(cim). Während in Deutschland am Mittwoch tausende ehemalige Mitarbeiter von Quelle aus Wut und Enttäuschung über den Verlust ihrer Jobs auf die Straße gegangen sind, rüstet man sich auch in Linz für einen möglichen Ansturm von Arbeitslosen, falls es bei Quelle Österreich zur Insolvenz kommt.
Es gebe bereits Notfallpläne, bestätigt eine Sprecherin des AMS Oberösterreich. Schließlich sind allein in der Linzer Quelle-Zentrale 900 Menschen beschäftigt, österreichweit würde ein Aus 1100 Menschen betreffen. Möglich ist, dass wie in Deutschland eigene Außenstellen für Quelle-Mitarbeiter eingerichtet werden. Noch sind aber keine Quelle-Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet.
Selbst wenn es zu einer Einigung mit einem Investor kommt, wird es bei Quelle Österreich vermutlich zu massiven Einschnitten und Umstrukturierungen kommen. „Die Mitarbeiter wollen, dass die Unsicherheit endlich vorbei ist“, sagt Felix Hinterwirth, der Chef des Betriebsrates, und fordert die Verhandler auf, „endlich Nägel mit Köpfen“ zu machen.
Diese verhandeln nach wie vor, allerdings ist die Angebotsfrist abgelaufen. La Redoute soll Gerüchten zufolge doch kein Angebot gelegt haben, heißt es aus Verhandlungskreisen. Ein kolportiertes Angebot von Ex-Quelle-Chef Martin Lenz sei nicht berücksichtigt worden. Und die Otto-Gruppe hat kein Interesse mehr an einer Übernahme von Quelle Österreich. Otto interessiere nur mehr Quelle Russland, in Österreich würde Otto lediglich um die Rechte an der Marke bieten, um diese künftig vom Markt fernzuhalten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2009)