Sanierung: Bieterschlacht um Constantia Privatbank

(c) APA (Georg Hochmuth)
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Bis Ende November können die liechtensteinische Privatbank LGT und Ex-Bank-Austria-Vorstand Willi Hemetsberger die Bücher der CPB prüfen. Dann müssen sie verbindliche Offerte legen.

Wien. Monatelang wurde vergeblich nach einem Käufer für die Constantia Privatbank (CPB) gesucht, die einst der Familie Turnauer gehörte. Anfang Oktober sprang die deutsche Privatbank Hauck & Aufhäuser ab, weil die rechtlichen Risken zu hoch waren. Jetzt ist die Bieterschlacht wieder voll im Gang: Bis Ende November können die liechtensteinische Privatbank LGT und Ex-Bank-Austria-Vorstand Willi Hemetsberger die Bücher der CPB prüfen. Dann müssen sie verbindliche Offerte legen.

Das Rennen ist offen: Der LGT werden Chancen eingeräumt, weil sie nicht nur einen „Namen“ hat, sondern auch ihre Präsenz in Österreich ausbauen will. Hemetsberger wiederum, der seit Jahresbeginn in Vermögensberatung und -management tätig ist, soll eine Gruppe prominenter österreichischer Industrieller hinter sich haben. Über die Zusammensetzung des „Geheimkonsortiums“ wird heftig spekuliert. Allen voran wird der Vorarlberger Fruchtsafterzeuger Franz Rauch genannt. Er macht kein Hehl daraus, dass er „seit 30 Jahren“ mit der Bank Geschäfte macht. „Aber ich bin nicht bei den Käufern dabei, so eine Beteiligung kommt für mich nicht in Frage“, sagt Rauch zur „Presse“. Auch „sicher nicht“ an Bord ist der Investor Martin Schlaff, zu dem Hemetsberger gute Kontakte haben soll.

Ein Dementi – wenn auch viel schwächer – kommt von Berndorf-Chef und -Mitgesellschafter Peter Pichler. Er soll mit seinem Vorgänger Norbert Zimmermann bei der CPB investieren. Zudem fällt der Name des Immobilientycoons Georg Stumpf.

Neue Bank startet am 7.12.

Anfang Dezember soll der Verkauf der durch dubiose Finanzströme und Fehlspekulationen ins Trudeln geratenen Bank, die mit der Immofinanz/Immoeast-Gruppe eng verbunden war, fixiert werden. Am 7.Dezember startet die „Constantia neu“ mit dem Kerngeschäft (Private Banking, Investmentfonds, Depotbankgeschäft und Immobilien). Mitte Dezember läuft zudem die Staatshaftung für die CPB aus, die von Bank Austria, Erste Group, RZB, Volksbanken und Bawag um einen Euro aufgefangen worden ist. Der Kaufpreis ist offen, Insider gehen von weit weniger als den zuletzt kolportierten 60 bis 70 Mio. Euro aus.

Für die „bad bank“, in der die CPB-Altlasten inklusive Regressforderungen geprellter Anleger geparkt sind, interessiert sich, wie berichtet, die Immofinanz. Sie hat selbst hohe Forderungen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2009)

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