Salzburger Osterfestspiele: Elsa jagt Gelsen, und Lohengrin kommt nicht

Lohengrin Osterfestspiele Salzburg
Lohengrin Osterfestspiele SalzburgOFS/Creutziger
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Mit Wagners Oper hat der „Lohengrin“ von Salvatore Sciarrino sehr wenig zu tun. Immerhin heißt die Hauptperson Elsa. Sie ist mit viel Summen und Surren, Zischen und Glucksen konfrontiert.

Ein Komponist, so beschied uns schon vor Jahrzehnten der große Arthur Honegger, sei ein Mensch, der nach Leibeskräften versuche, etwas hervorzubringen, wofür dann kein Mensch Verwendung habe. Schon seinerzeit stimmten ihm viele Musikfreunde zu, die freilich angehörs mancher Honegger-Komposition in einen Lobpreis der Moderne des 20. Jahrhunderts ausbrechen würden. Honegger und seine Zeitgenossen hatten ja keine Ahnung, was noch nachkommen würde.

Salvatore Sciarrino zum Beispiel, der das, was uns Musik heißt, auf ein Minimum an mehrheitlich leisen oder beinah unhörbaren Tönen reduziert und angelegentlich erforscht, welche Geräusche Musiker auf ihren Instrumenten außerdem erzeugen können. Diese mixt er dann zu akustischen Collagen, die mittlerweile Kultstatus erlangt haben. Doch mischen sich, wenn Stücke solcher Komponisten als zeitgenössische Feigenblätter bei Klassik-Festivals aufgeführt werden, unter die willig herbeiströmende „Wien modern“-Klientel doch immer wieder auch Menschen, die nicht fassen können, was da vor sich geht. Noch dazu, wo es im Falle der Salzburger Osterfestspiele unter dem Titel „Lohengrin“ verkauft wird, was doch als Parallelaktion zu einer „Walküre“ leicht auch als irreführend empfunden werden könnte.

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