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WWF will gerichtlich gegen Fischotter-Tötungen vorgehen

Archivbild: Ein Fischotter, aufgenommen in Deutschland
Archivbild: Ein Fischotter, aufgenommen in DeutschlandAPA/dpa/dpaweb

Der Bescheid zur Tötung von 40 Fischottern in Niederösterrreich "hätte aufgrund der lückenhaften Datenlage niemals ausgestellt werden dürfen", so die Tierschutzorganisation.

Der WWF will beim Landesverwaltungsgericht Niederösterreich Beschwerde gegen den Bescheid mit der Erlaubnis zur Tötung von 40 Fischottern einbringen. Die Organisation "vertritt nach wie vor die Ansicht, dass der Bescheid zur Entnahme der Fischotter aufgrund der lückenhaften Datenlage niemals hätte ausgestellt werden dürfen", wurde am Dienstag in einer Aussendung mitgeteilt.

Der Bescheid an die niederösterreichischen Teichwirte und den Landesfischereiverband ist seit Ablauf des 3. April rechtswirksam. Die Tierschutzorganisation verlangte vom Land die Bekanntgabe, ob die ersten Tiere der geschützten Art den Maßnahmen bereits zum Opfer fielen. "Die Niederösterreichische Landesregierung ist jetzt gefordert, über den aktuellen Status zu berichten. Wurden die ersten Tiere gefangen, wie viele und wo wurden die Tiere gefangen, waren die Tiere unverletzt, wurden weibliche Tiere gefangen und wer hat die Tiere getötet?", so WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. Auch auf EU-Ebene überlege der WWF rechtliche Schritte gegen den Bescheid, hieß es.

"Wir nehmen die Sorgen der Fischer und Teichwirte über den Fischrückgang in unseren Gewässern ernst und führen auch den entsprechenden Dialog, aber ein gutes und funktionierendes Management beginnt ganz sicher nicht mit der letzten Stufe - der Tötung der Tiere", hielt Pichler fest. Stattdessen brauche es Einzäunungen von Teichen, andere Besatzmaßnahmen und vor allem einen Managementplan, "der mit allen relevanten Stakeholdern auf einer soliden Datenbasis erarbeitet wurde".

(APA)