Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit leichterer Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.547,38 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 14,36 Punkten bzw. 0,56 Prozent.
Die europäischen Leitbörsen haben zum Wochenschluss im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichtes für Oktober ohne klare Richtung tendiert. Das Geschehen sei auch an der Wiener Börse durch Zurückhaltung der Anleger vor den wichtigen Konjunkturdaten geprägt, hieß es aus dem Handel. Gute US-Daten könnten die Märkte am Nachmittag noch einmal beflügeln.
Das bestimmende Thema am Markt waren die Quartalszahlen des Baustoffkonzerns Wienerberger. Die Zahlen in den ersten neun Monaten sind unter den Erwartungen der Analysten ausgefallen. Der von der Wirtschaftskrise in den vergangenen Quartalen gebeutelte Konzern hat in den ersten drei Quartalen einen Ergebniseinbruch (Ebit) von 83 Prozent auf 36,7 Millionen Euro erlitten. Wienerberger-Titel rutschten um 6,97 Prozent auf 12,15 Euro ab.
Auch der Anlagenbauer Andritz hat sein Zahlenwerk zu den ersten drei Quartal vorgelegt. Das Konzernergebnis nach Fremdanteilen verringerte sich um 43,5 Prozent auf 59,6 Millionen Euro, der Umsatz sank um 8,2 Prozent auf 2,33 Milliarden Euro. Der Ausblick bleibt verhalten: Für das Gesamtjahr rechnet Andritz mit einem Umsatzminus von rund 15 Prozent. Andritz-Papiere tendierten nahezu unverändert mit plus 0,03 Prozent bei 38,46 Euro.
Zu zwei im prime market notierten Wertpapieren meldeten sich Analysten zu Wort. Bei Palfinger haben die Experten der Erste Group das Kursziel von 17,0 auf 17,3 Euro erhöht und das Votum "hold" bestätigt. Palfinger legten um 0,5 Prozent auf 16,07 Euro zu.
Die Analysten der UniCredit haben indessen das Kursziel für den Autozulieferer Polytec von 2,60 auf 2,70 Euro nach oben revidiert. Das Kursziel "hold" bleibt unverändert. Die Ergebnisschätzungen für 2009 wurden von minus 3,36 Euro je Aktie auf minus 2,94 Euro je Anteilsschein angehoben. Polytec verbilligten sich um 3,43 Prozent auf 2,25 Euro.
In einem europaweit schwachen Umfeld für Telekom-Titel büßten Telekom Austria um 0,84 Prozent auf 11,75 Euro ein. Händler verwiesen zur Begründung der getrübten Anlegerstimmung auf die Quartalszahlen bei der Telecom Italia. Der italienische Konzern hat in den ersten drei Quartalen ein Drittel weniger Gewinn geschrieben.
Unter den Indexschwergewichten konnten Raiffeisen um 0,12 Prozent auf 40,85 Euro und voestalpine um 0,04 Prozent auf 22,63 Euro zulegen. Erste Group verloren hingegen um 1,02 Prozent auf 29,19 Euro.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zu Sitzungsbeginn bei 2566,34 Punkten, das Tagestief lag gegen 11:30 Uhr bei 2540,74 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,36 Prozent tiefer bei 1200,06 Punkten. Im prime market zeigten sich 19 Titel mit höheren Kursen, 24 mit tieferen und zwei unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 5802.433 (Vortag: 4.005.453) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 116,86 (91,83) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Wienerberger mit 867.782 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 21,36 Millionen Euro entspricht.
(APA)