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Pizzicato

Die Rückkehr des Messias

Allzu lang schon wartet die Menschheit auf den Heilsbringer, der das Paradies auf Erden schafft.

Angekündigt war er bereits oft, doch jedesmal hinterließ er bloß ein Gefühl der Leere. Bald aber könnte es so weit sein: Die Rückkehr des Messias steht bevor, und sie ist – so Gott will – mit dem 25. Mai datiert: Christi Himmelfahrt.

Wo könnte ein solches Mega-Event über die Bühne gehen, wenn nicht am Evangelischen Kirchentag in Deutschland zum Luther-Jubiläum? Und wo, wenn nicht am Brandenburger Tor, wo die Deutschen all ihre Hochfeste zelebrieren. Als Zeremonienmeisterin wird im Übrigen eine Pastorentochter fungieren: Angela Merkel.

Für den, auf den alle so sehnsüchtig warten, ist dies eine Rückkehr an seinen Geburtsort als Weltenretter. Vor bald neun Jahren inszenierte sich Barack Obama als globaler Hoffnungsträger an der Berliner Siegessäule. Hernach klappte es allerdings nicht so recht mit seiner Mission. Den Anspruch gab er indes nie auf – nicht als Prediger in der Manier Martin Luther Kings; nicht, wenn er bei einer Trauerfeier in einer Kirche in Charleston das Hohelied „Amazing Grace“ anstimmte. Ehe nun das Hosianna und Halleluja einsetzen, ruht sich Obama für die kommenden Aufgaben auf Moorea aus, Marlon Brandos Privatinsel nahe Tahiti im Südpazifik. Dort ist das Paradies bereits ausgebrochen – für 9000 Dollar pro Nacht. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

 


[NGPIS]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2017)