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Schulen im Visier: Der globale Kampf zwischen Erdoğan und Gülen

Der islamische Prediger Fethullah Gülen lebt im USamerikanischen Exil. Er hat einst der regierenden AKP geholfen, ihre Macht zu festigen.
Der islamische Prediger Fethullah Gülen lebt im USamerikanischen Exil. Er hat einst der regierenden AKP geholfen, ihre Macht zu festigen.(c) APA/EPA/SELAHATTIN SEVI/HANDOUT ZAMAN DAILY NEWSPAPER (SELAHATTIN SEVI/HANDOUT ZAMAN DAILY NEWSPAPER)
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Die Bewegung des islamischen Predigers betreibt ein dichtes Netzwerk an Lehranstalten in aller Welt. Ankara will Kontrolle über die Schulen – mit einer eigenen Stiftung.

Er sei Recep Tayyip Erdoğan nie nahegestanden. Als der heutige türkische Präsident vor über zehn Jahren seine Partei gründen wollte, habe er ihn, Fethullah Gülen, besucht. Nach einem Gespräch über die mögliche politische Ausrichtung der Partei und vielen Ratschlägen Gülens habe Erdoğan schon im Lift zu seinen Weggefährten sinngemäß gesagt: Mit dieser Bewegung räumen wir auf. Wenn sich Gülen an vergangene Zeiten erinnert, klingt das so, als wären sich beiden Männer nie ganz grün gewesen. Stimmen kann das freilich nicht wirklich: Im vergangenen Jahrzehnt waren die AKP und die Bewegung des Predigers derart eng ineinander verwoben, dass sie gemeinsam die Türkei dort hingebracht haben, wo sich das Land heute befindet: im innenpolitischen Chaos.