Der ATX blieb nahezu unverändert. Wienerberger enttäuschte mit seinen Quartalszahlen.
Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei durchschnittlichem Volumen mit nahezu unveränderten Notierungen beendet. Über weite Strecken gestaltete sich der Handel an den europäischen Börsen sehr ruhig, vor allem im Frühhandel konnten sich die Leitindizes für keine klare Richtung entscheiden. Mit der Vorlage des US-Arbeitsmarktbericht für Oktober kam Bewegung in die Märkte, kurzfristig trübte sich die Anlegerstimmung stark ein. Auch an der Wiener Börse rutschte der ATX kurz ab, konnte sich im späten Geschäft jedoch wieder stabilisieren.
Für viele Marktteilnehmer sind die Arbeitsmarktdaten schockierend ausgefallen, da die Zahlen ein Bild über den aktuellen Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft zeichnen. Die Arbeitslosenquote hat im Oktober die Marke von zehn Prozent überschritten und lag bei 10,2 Prozent - der Arbeitsplatzabbau habe überraschend deutlich zugelegt, hieß es am Markt.
Das Tagesthema an der Wiener Börse gaben Wienerberger vor. Der Baustoffkonzern legte seine Unternehmensergebnisse für die ersten drei Quartale vor und enttäuschte den Markt mit kräftigen Rückgängen. Das operative Ergebnis (Ebit) ist in den ersten neun Monaten 2009 um 83 Prozent auf 36,7 Mio. Euro eingebrochen. "Die Zahlen lagen unter unseren Erwartungen", kommentierte ein Händler knapp. Wienerberger rutschten im Tagestief bis auf 11,53 Euro ab und beendeten den Handel mit einem Minus von 7,66 Prozent bei 12,06 Euro.
Auch der steirische Anlagenbauer Andritz legte sein Zahlenwerk zu den ersten neun Monaten vor. Die Ergebnisrückgänge sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, das Konzernergebnis nach Fremdanteilen ist um 43,5 Prozent auf 59,6 Mio. Euro geschmolzen. Eine positive Entwicklung gab es allerdings beim Auftragseingang. Dieser stieg im dritten Quartal um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Andritz legten um 2,94 Prozent auf 39,58 Euro zu.
Gleich zwei Analystenstimmen wurden zum Kranhersteller Palfinger bekannt. Die Erste Group hat das Kursziel für Palfinger von 17,0 auf 17,30 Euro erhöht und die Wertpapierspezialisten von CA Cheuvreux revidierten ihr Kursziel von 15 auf 16,50 Euro nach oben. Palfinger schlossen um 0,88 Prozent fester bei 16,13 Euro.
Beim Autozulieferer Polytec meldeten sich die Experten der UniCredit zu Wort. Sie haben das Kursziel geringfügig von 2,60 auf 2,70 Euro erhöht. Die Ergebnisschätzungen wurden ebenfalls angehoben, die Anlageempfehlung bleibt indessen weiter bei "hold". Polytec gewannen 0,86 Prozent auf 2,35 Euro.
Unter den Indexschwergewichten rückten voestalpine um 1,77 Prozent auf 23,02 Euro vor. Erste Group stiegen um 0,68 Prozent auf 29,69 Euro und Raiffeisen ließen 0,49 Prozent auf 40,60 Euro nach.
Der ATX fiel leicht um 0,62 Punkte oder 0,02 Prozent auf 2.561,12 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 24 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.585 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -0,08 Prozent, DAX/Frankfurt +0,13 Prozent, FTSE/London +0,25 Prozent und CAC-40/Paris -0,06 Prozent.
(APA)