Wienerberger: Erholung lässt auf sich warten

(c) Matthias Auer
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Der Ziegelkonzern Wienerberger erzielte in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro und musste einen Nettoverlust von 198,2 Mio. Euro hinnehmen. Analysten hatten mit besseren Zahlen gerechnet. Die Aktie gab stark nach

Wien (jaz). Für den ehemals erfolgsverwöhnten Ziegelkonzern Wienerberger sind die Veröffentlichungen von Ergebnissen in jüngster Zeit keine freudigen Ereignisse. So auch diesen Freitag. Da quittierte die Börse die Zahlen der ersten neun Monate mit einem wahren Kursgemetzel – die Aktien von Wienerberger gaben zeitweise um knapp zehn Prozent nach. „Die Geschäftszahlen waren unter den allgemeinen Erwartungen“, meint dazu Peter Bauernfried, Analyst bei der UniCredit.

Umsatz liegt ein Viertel unter dem Vorjahr

Dies, obwohl zwischen Juli und September erstmals im heurigen Jahr mit 5,8 Mio. Euro ein positives Nettoergebnis erzielt werden konnte. Über die gesamten neun Monate gerechnet beträgt der Nettoverlust jedoch immer noch 198,2 Mio. Euro. Im Vorjahr gab es zu diesem Zeitpunkt ein Plus von 133 Mio. Euro. Der Umsatz des weltgrößten Ziegelherstellers beträgt seit Jahresanfang 1,4 Mrd. Euro – ein Minus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Dass es auch im zweiten Halbjahr keine deutlichere Verbesserung beim Ergebnis gegeben hat, war eine negative Überraschung. Wir haben eine stärkere Belebung der Märkte und höhere Auswirkungen der bereits getätigten Restrukturierungsmaßnahmen erwartet“, sagt Bauernfried. Dies dürfte sich nach Ansicht der Analysten auch im vierten Quartal nicht wirklich ändern.

Allerdings gibt es auch positive Anzeichen. So hat Wienerberger seine Nettoverschuldung seit dem Halbjahr von 978,6 Mio. Euro auf 540,5 Mio. Euro gesenkt. Rund 320 Mio. Euro wurden mit dem Geld der inzwischen getätigten Kapitalerhöhung gezahlt, die restlichen 118 Mio. Euro stammen jedoch aus dem Cashflow. „Dass das Unternehmen trotz der Krise einen guten Cashflow erwirtschaften kann, ist für uns ein positiver Aspekt“, so Bauernfried.

Einen wirklichen Aufschwung für den Bausektor und somit auch Wienerberger erwartet der Analyst erst für das zweite Halbjahr 2010. Dementsprechend fällt auch seine Empfehlung aus: „Wer Anteile hält, sollte drinnen bleiben. Für alle anderen gibt es Aktien, die schon früher anziehen dürften.“ Etwas positiver sehen das die 20 von der Agentur Bloomberg befragten Analysten: Acht empfehlen zu kaufen, sieben zu halten und fünf plädieren für einen Verkauf.

AUF EINEN BLICK

Der Ziegelkonzern Wienerberger erzielte in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro und musste einen Nettoverlust von 198,2 Mio. Euro
hinnehmen. Analysten hatten mit
besseren Zahlen gerechnet. Die Aktie
gab stark nach.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

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