Frankreich: Das Duell zwischen Volk und Elite

Dossier Macron gegen Le Pen - die französische Präsidentenstichwahl am Sonntag bestimmt nicht nur über die Abwahl der politisch Etablierten, sondern auch über die Zukunft der EU.
von Rudolf Balmer, Susanna Bastaroli, Wolfgang Böhm, Karl Gaulhofer, Michael Laczynski, Gregor Käfer und Marlies Kastenhofer

Es war ein film- und serienreifes Spektakel, das sich in den vergangenen Monaten vor den Augen der 47 Millionen französischen Wahlberechtigten vollzog: Der schamvolle Rückzug eines Präsidenten, der Aufstieg der Underdogs, der Aufschwung der extremen Linken und Rechten und die systematische Demontage der Etablierten, die sich als roter Faden durch das Rennen um den Elysée-Palast zieht. Übrig geblieben sind der parteiunabhängige Emmanuel Macron und die Chefin des Front National Marine Le Pen.

Mit ihrem Einzug in die Stichwahl am 7. Mai erteilten die Wähler des Kandidaten der Mitte und der Rechtsnationalistin den Traditionsparteien eine Absage. Und doch steht auch der Endspurt des Wahlkampfs ganz im Zeichen des Duells zwischen Volk und Elite - nach dem Ausscheiden der System-Kandidaten Francois Fillon und Benoit Hamon ist es Le Pen die sich zur einzigen Außenseiterin stilisiert: Sie wettert als selbsternannte Vertreterin des Volkes gegen Macron und attackiert den Linksliberalen, der sich bisher selbst als Anti-System-Kandidat präsentierte, als Auswuchs der in Frankreich verhassten Elite.

Mit der Stichwahl wird sich abseits der politischen und wirtschaftlichen Zukunft Frankreichs auch der Weg der Europäischen Union entscheiden; ob die Union einen weiteren Blockierer in ihrer Mitte oder gar einen Mitgliedsstaat weniger haben wird, oder unter der Führung des Zentristen Macron einen Staat, der an einem weiteren Miteinander interessiert ist.

Wer sind die Kandidaten? Wie ist der Aufstieg der Underdogs zu erklären? Welche wirtschaftlichen und politischen Folgen hat das Votum für Frankreich und die Europäische Union? Und wie viel Macht hat der französische Präsident überhaupt? Lesen Sie mehr in unserem Dossier zur französischen Präsidentschaftswahl.