Er war der vielversprechende Überraschungskandidat der Konservativen. Doch eine Scheinbeschäftigungsaffäre macht Francois Fillons Traum zunichte.
Mit aller Macht klammert sich François Fillon an seinen Traum von der Präsidentschaft. Der passionierte Motorsportfan aus Le Mans ist im Rennen um den Elysee-Palast nach einen Blitzstart weit zurückgefallen. Eine Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Frau und zwei seiner Kinder überschattet die Wahlkampagne des 63-Jährigen. Noch im November der klare Favorit für die Präsidentschaftswahl, liegt der ehemalige Premier unter Präsident Nicolas Sarkozy heute in Umfragen nur mehr auf Platz drei.
Er sieht sich und seine Frau Penelope als Opfer einer Verleumdungskampagne. Und das obwohl die Justiz auch wegen "schweren Betrugs" und "Fälschung" gegen Fillon ermittelt. Demnach soll das Ehepaar angeblich Dokumente gefälscht haben, mit denen der Polizei belegt werden sollte, dass die Gattin tatsächlich gearbeitet habe. Hinzu kamen Gerüchte laut denen Fillon als Parlamentarier für die Erdölgesellschaft Total Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin vermittelte, dafür gut bezahlt wurde und auch als Vermittler bei Putin tätig war.