Schnellauswahl

Goldman Sachs-Chef: "Banken tun Gottes Werk"

Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein
(c) Reuters (Chip East)
  • Drucken

Der Chef der US-Großbank sieht in hohen Profiten und Bonuszahlungen ein Zeichen für die Erholung der Weltkonjunktur. "Wir helfen Unternehmen zu wachsen, das schafft Wohlstand", lobt er die Arbeit von Banken.

Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein gibt sich zur Zeit gern als Vorkämpfer für eine maßvolle Entlohnung. Bankintern hat er neue Verdienstregeln eingeführt, nach denen die hohen Prämien nur ausgezahlt werden, wenn es der Bank langfristig gut geht. Das soll verhindern, dass Mitarbeiter zu hohe Risiken eingehen, um ihren Jahresbonus hochzutreiben. Dennoch dürfte die Bank am Jahresende an seine Mitarbeiter Boni von mehr als 20 Milliarden Dollar ausschütten. Blankfein sieht darin kein Problem: Denn Hohe Profite und Bonuszahlungen seien Zeichen für die der Erholung der Weltkonjunktur.

"Schneide ich mir die Pulsadern auf, jubeln die Menschen"

Blankfein selbst kassierte vor zwei Jahren die Rekordsumme von knapp 68 Millionen Dollar. Für das Krisenjahr 2008 verzichtete er allerdings gemeinsam mit anderen Führungskräften freiwillig auf seine Prämie. In einem Interview der Londoner "Sunday Times" übt er sich daher auch in Bescheidenheit: Er könne verstehen, dass es auch Menschen gebe, die über die Handlungsweise der Banken verärgert seien.

Kritiker werfen den Banken vor, aus der Finanzkrise nichts gelernt zu haben und weiterhin hochriskante Geschäfte abzuwickeln. Ihre jüngsten Gewinne verdankten sie vor allem den Unterstützungsmaßnahmen von Staat und Zentralbank. "Ich weiß, ich könnte mir die Pulsadern aufschneiden und die Menschen würden jubeln".

Banken verrichten Gottes Werk

Im Interview outet sich Blankfein als Erfüllungsgehilfe einer höheren Macht: "Wir helfen den Unternehmen zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu bekommen. Unternehmen, die wachsen, schaffen Wohlstand. Und das wiederum ermöglicht es den Menschen, Jobs zu haben, die noch mehr Wachstum und noch mehr Wohlstand schaffen." Banken, so seine Schlussfolgerung, haben einen gesellschaftlichen Zweck und verrichten "Gottes Werk".

(Ag./phu)