"Die fünf größten Banken weltweit werden den Großteil der Erträge zwischen sich aufteilen", sagt Jerry del Missier, Chef von Barclays Capital. Er rechnet mit weiteren Zusammenschlüssen bei Investmentbanken.
Die britische Großbank Barclays erwartet nach der Finanzkrise weitere Zusammenschlüsse von Investmentbanken. "In fünf Jahren werden die Top-Investmentbanken der Welt noch stärker sein", sagte der Präsident der Investmentbanking-Sparte Barclays Capital, Jerry del Missier, dem "Handelsblatt" (Montag-Ausgabe).
"Die fünf größten Banken weltweit werden einen größeren Teil der Erträge zwischen sich aufteilen." Die Konsolidierung in der Branche gehe weiter, sagte der Kanadier. Barclays hatte nach der Pleite von Lehman Brothers die nordamerikanischen Teile des Rivalen übernommen.
Investmentbanking Gewinnmotor Nummer eins
Der Investmentbanker rechnet mit wachsenden Erträgen im Kapitalmarktgeschäft. Nach der Rezession stünden bei vielen Industriefirmen Kapitalerhöhungen an, wovon die beratenden Banken profitierten. Das Investmentbanking ist bereits in diesem Jahr Gewinnmotor Nummer eins für Häuser wie Barclays, die Deutsche Bank und Credit Suisse. Einige Experten erwarten aber, dass der Kapitalhunger von Firmen und Staaten in den nächsten Monaten eher nachlassen wird.
Del Missier ist dennoch optimistisch: "Auf das Investment-Banking kommen hervorragende Zeiten zu. Das wird mehrere Jahre anhalten. Zum einen profitieren die großen Banken von der Konsolidierung in der Branche und gewinnen Marktanteile. Konkurrenten wie Bear Stearns, Lehman Brothers sind aus dem Markt geschieden."
Renditeziel: Bis zu 20 Prozent
Barclays Capital will mittelfristig eine Rendite von 15 bis 20 Prozent erzielen, wie del Missier erläuterte. Die Deutsche Bank strebt 25 Prozent an. Beide Häuser sind bisher ohne direkte Staatshilfe durch die Krise gekommen. Wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann für sein Institut erteilte del Missier auch für Barclays einer Kapitalerhöhung eine Absage. "Wir sind kapitalmäßig gut aufgestellt", sagte er.
Del Missier hat erst vergangene Woche an Macht dazu gewonnen. Das Firmenkundengeschäft wurde dem Investment-Banking zugeschlagen.
(Ag.)