Washington und Peking warnen Nordkorea vor neuem Atomtest

Nordkorea präsentiert sein Heer.
Nordkorea präsentiert sein Heer.REUTERS

Pjöngjang könnte zum 85. Gründungstag der Volksarmee seinen sechsten Nukleartest durchführen. Laut Medienberichten hat Nordkorea einen US-Bürger festgenommen.

Aus Sorge über einen bevorstehenden neuen nordkoreanischen Raketen- oder Atomtest haben die USA, China und Japan den isolierten kommunistischen Staat vor weiteren Provokationen gewarnt. Die Spannungen mit Pjöngjang standen im Mittelpunkt von zwei Telefonaten, die US-Präsident Donald Trump am Montag mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe führte.

So gibt es Befürchtungen, dass Nordkorea zum 85. Gründungstag seiner Volksarmee an diesem Dienstag einen neuen Raketenstart oder sogar einen sechsten Atomversuch unternehmen könnte. Chinas Präsident rief alle Parteien zur Zurückhaltung auf, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nicht weiter anzufachen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Wenn sich die Beteiligten "auf halbem Wege treffen", könnte der Streit um Nordkoreas Atomprogramm gelöst werden, zitierte die Staatsagentur den chinesischen Präsidenten. Mit Trump habe Xi Jinping vereinbart, im engen Kontakt zu bleiben, um "umgehend" Meinungen über wichtige Fragen austauschen zu können.

US-japanische Flottenübungen starten

Japans Ministerpräsident berichtete, er sei sich mit Trump einig gewesen, Pjöngjang angesichts wiederholter "gefährlicher Provokationen" eindringlich aufzufordern, sich zurückzuhalten. Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm stelle "eine ernste Gefahr für die Sicherheit" Japans und der internationalen Gemeinschaft dar.

Die japanische Marine hatte am Sonntag im westlichen Pazifik gemeinsame Übungen mit dem amerikanischen Flugzeugträger "USS Carl Vinson" unternommen, der in den nächsten Tagen schließlich inGewässern nahe der koreanischen Halbinsel eintreffen soll.

Insgesamt drei US-Bürger in Nordkorea in Haft

Eine angebliche Festnahme eines US-Bürgers in Nordkorea könnte die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang noch verstärken: Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete am Sonntag, ein Mann mit dem Familiennamen Kim sei am Freitag auf dem Internationalen Flughafen von Pjöngjang abgeführt worden. Eine offizielle Bestätigung für die Festnahme gab es zunächst nicht, die Gründe waren zunächst unklar.

Laut Yonhap handelt es sich bei dem knapp 60-Jährigen um einen ehemaligen Professor der chinesischen Yanbian-Universität für Wissenschaft und Technologie. Er habe sich etwa einen Monat in Nordkorea aufgehalten, um dort über Hilfsprogramme für das stalinistisch geführte Land zu beraten. In Südkorea erklärten der Geheimdienst sowie die Ministerien für Außenpolitik und Wiedervereinigung, sie könnten den Bericht nicht bestätigten.

Nordkorea hält derzeit zwei weitere US-Bürger gefangen: ein US-koreanischer Pastor wurde wegen Spionage zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt, der US-Student Otto Warmbier muss wegen Diebstahls von Propagandamaterial und "Verbrechen gegen den Staat" eine 15-jährige Haftstrafe absitzen.

(APA/dpa)