Nordkorea lässt mit Militärübung seine Muskeln spielen

Die Übung fand in der Hafenstadt Wonsan statt und soll von Machthaber Kim Jong-un überwacht worden sein.
Die Übung fand in der Hafenstadt Wonsan statt und soll von Machthaber Kim Jong-un überwacht worden sein.REUTERS

Zum 85. Jahrestag der Volksarmee-Gründung demonstriert Pjöngjang seine Militärstärke. Trump ruft den US-Senat zu einem ungewöhnlichen Briefing ins Weiße Haus.

Nordkorea hat anlässlich des 85. Jahrestags der Gründung seiner Armee nach Angaben aus Südkorea eine großangelegte Militärübung abgehalten. Es sei die größte jemals vorgenommene Übung in Nordkorea gewesen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise.

In einem Kommentar der staatlichen nordkoreanischen Zeitung "Rodong Sinmun" wurde die Schlagkraft der Armee mit ihren "verschiedenen Präzisions- und Miniatur-Kernwaffen" gelobt. Die Armee stehe bereit, "die Geschichte der amerikanischen Ränkespiele und atomaren Erpressung zu Ende zu bringen".

Die Übung fand demnach in der Hafenstadt Wonsan statt und soll von Machthaber Kim Jong-un überwacht worden sein. Es war befürchtet worden, dass Nordkorea einen weiteren Atom- oder Raketentest anlässlich des Jahrestags vornehmen könnte. Derartige Tests finden üblicherweise morgens statt, bis zum Nachmittag gab es aber keine entsprechende Meldung.

Trump verlangt UN-Sanktionen

Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hatten die Spannungen zwischen Nordkorea mit Südkorea und den USA zuletzt zugenommen. US-Präsident Donald Trump verlangte am Montag von den Vereinten Nationen weitere Strafmaßnahmen gegen das abgeschottete Land. Der Sicherheitsrat müsse zur Verhängung schärferer Sanktionen bereit sein, sagte Trump bei einem Treffen mit Diplomaten aus Staaten mit Sitz in dem UN-Gremium.

"Nordkorea ist ein großes Weltproblem, und es ist ein Problem, das wir letztlich lösen müssen." Kurz zuvor hatte Trump die Führung in Pjöngjang als "kriegslustig" kritisiert. Dem Präsidialamt in Washington zufolge erörterte er in einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel "drängende Sicherheitsprobleme", die von dem Land ausgingen.

Trump sagte vor den Diplomaten, man habe jahrzehntelang die Augen vor dem Problem verschlossen, das gelöst werden müsse. Er will nach eigenen Worten verhindern, dass Nordkorea zu einem Atomangriff auf die USA in der Lage ist und hat auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen.

Nordkorea warnt vor "Amoklauf"

Trump hat sich seit längerem auf die Fahnen geschrieben, gegen das nordkoreanische Atomprogramm entschlossener als seine Vorgänger vorzugehen. Am Mittwoch werden nach Informationen aus dem US-Senat alle 100 Vertreter des Gremiums zu einem Nordkorea-Briefing diverser Minister im Weißen Haus erwartet, was ungewöhnlich ist.

In den kommenden Tagen soll der US-Flugzeugträger "Carl Vinson" vor der Küste Koreas ankommen. Am Dienstag legte zudem das US-Atom-U-Boot "USS Michigan" im südkoreanischen Busan an. Nach südkoreanischen Armeeangaben soll das U-Boot aber nicht an Militärübungen beteiligt werden. 

In nordkoreanischen Staatsmedien wurden die USA vor einem "Amoklauf" gewarnt. "Auf Aggressoren warten nur Leichen und Tod", kommentiert die staatliche Zeitung "Rodong Sinmun".

(APA/AFP/dpa/Reuters)