Die Zahl der faulen Kredite in Osteuropa wird noch bis Mitte 2010 steigen.
Wien (gau). Die Osteuropadivision der Unicredit – und damit der Bank Austria – erwartet, dass sich das Bankgeschäft in Mittel- und Osteuropa bis spätestens 2011 „vollständig erholen“ wird. Die Zahl der notleidenden Kredite dürfte noch bis Mitte oder Ende 2010 weiter steigen.
Bei den dafür gebildeten Rückstellungen wird die Spitze aber schon heuer erreicht, das Niveau der Vorsorgen stabilisiert sich bereits. Das ergibt eine Studie, die Federico Ghizzoni, Osteuropachef der Bank Austria, und CEE-Chefanalystin Debora Revoltella am Montag präsentiert haben.
Nach einem Rückgang von fünf Prozent heuer wird das Kreditvolumen in CEE nächstes Jahr wieder um acht Prozent ansteigen. Treiber des Wachstums sind die Unternehmen, die wieder stärker exportieren und ihre Lager füllen. Konsum und Investitionen erholen sich hingegen nur zögerlich.
Ghizzoni erwartet eine Konsolidierung auf dem Bankenmarkt. Weniger erfolgreiche Institute könnten sich aus der Region zurückziehen und ihre Filialnetze an neue Anbieter aus Spanien, China oder Russland verkaufen.
Problem Fremdwährung
Ein Problem der Region bleibt, dass langfristige Finanzierungen fast ausschließlich in fremder Währung vergeben werden, weil der Kapitalmarkt in Lokalwährungen noch zu wenig entwickelt ist. Bei der Vergabe von Fremdwährungskrediten an Privatkunden will die Bank Austria künftig vorsichtiger agieren. Der Kreditnehmer muss eine Art „Stresstest“ ablegen – jene Prüfung also, der sich die Banken auch selbst unterziehen mussten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2009)