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Tiroler Zahnarzt bat Erdogan-Anhänger, keine Termine zu vereinbaren

Archivbild des türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan
Archivbild des türkischen Staatschefs Recep Tayyip ErdoganREUTERS
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Ein entsprechendes Schreiben hing drei Wochen in der Praxis. Auch ein Erdogan-treuer Sender berichtete darüber und zog Nazi-Vergleiche.

Ein Tiroler Zahnarzt hat in einem Aushang in seiner Praxis darum gebeten, dass "Menschen, die mit der Politik von (Türkei-Staatschef Recep Tayyip, Anm.) Erdogan einverstanden sind" keine Termine vereinbaren sollen. Das Schreiben, das drei Wochen in der Ordination hing, sei mittlerweile nach Intervention der Zahnärztekammer wieder verschwunden, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" (TT) in ihrer Dienstagsausgabe.

Auch der Erdogan-treue, türkische Sender, dessen Auslandskorrespondent Ramazan Aktas gleichzeitig Sprecher der AKP-nahen UETD (Union Europäischer-Türkischer Demokraten) ist, habe über den Aushang berichtet. Dabei seien Nazi-Vergleiche gefallen. Während diverser Interviews wurde laut "TT" immer wieder ein Schild mit der Aufschrift "Juden werden hier nicht bedient" eingeblendet.

Der Zahnarzt wollte laut eigenen Aussagen mit dem Schreiben ein Zeichen setzen gegen die politische Linie des türkischen Staatspräsidenten und dessen Referendum. Der Mediziner betonte gegenüber der "TT" aber gleichzeitig, dass jeder kommen könne und auch ganz normal behandelt werde. Es müsse sich auch niemand vor der Behandlung erklären, niemand werde gefragt, wofür er politisch stehe, fügte der Zahnarzt hinzu.

Der Präsident der Tiroler Zahnärztekammer, Wolfgang Kopp, hielt in einer Stellungnahme indes fest, dass der betroffene Zahnarzt mitgeteilt habe, alle Sozialversicherten vertragsgemäß zu behandeln und auch niemals eine Behandlung oder eine Terminvereinbarung aufgrund einer politischen Einstellung eines Hilfe suchenden Patienten verweigert zu haben oder in Zukunft verweigern zu wollen. Da auch keine entsprechenden konkreten Hinweise vorliegen würden, sehe die Kammer den Vorfall als "individuelle, politische Meinungsäußerung".

>> Artikel der "Tiroler Tageszeitung"

(APA)