Casinos: Mehr als fünf Bieter für Auslandssparte

Roulette
Roulette(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Mathias Kniepeiss)
  • Drucken

Anfang Dezember wird die Casinos-Austria-Gruppe entscheiden, ob die Suche nach einem Partner für das Auslandsgeschäft vertieft wird. Als mögliche Bieter gelten dem Vernehmen nach die Investmentfonds Apollo und Texas Pacific.

Wien (höll). Am 2.Dezember wird der Aufsichtsrat der Casinos-Austria-Gruppe entscheiden, ob die Suche nach einem Partner für das Auslandsgeschäft vertieft wird. Schon seit Sommer hält die US-Investmentbank Morgan Stanley nach Interessenten Ausschau („Die Presse“ berichtete darüber exklusiv am 31.August). Wie viele Bewerber sich bislang gemeldet haben, sagte Casinos-Chef Karl Stoss nicht. Es seien aber „mehr als fünf“. Für Stoss kommen sowohl strategische Interessenten in Frage als auch Finanzinvestoren, die schon im Glücksspielgeschäft tätig sind. Als mögliche Bieter gelten dem Vernehmen nach die Investmentfonds Apollo und Texas Pacific (sie besitzen den weltweit größten Casinokonzern Harrah's).

Am 2.Dezember soll der Aufsichtsrat klären, ob und welchen Interessenten Einblick in die Bücher gewährt werden soll. Verkauft werden allerdings maximal 49Prozent der Anteile der Auslandstochter Casinos Austria International (CAI). „Die Mehrheit steht definitiv nicht zur Verfügung“, versicherte Stoss am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Keine Bedenken hat er, falls der Glücksspielkonzern Novomatic ein Angebot legt: „Ich habe hier keine Berührungsängste.“ Er habe, so Stoss, schon in der Vergangenheit vorgeschlagen, dass beide Firmen bei Projekten im Ausland (wie bei der Bewerbung um Lizenzen in Südamerika) gemeinsam vorgehen.

Novomatic-Sprecher Hannes Reichmann wollte auf Anfrage ein Angebot für CAI grundsätzlich nicht ausschließen: „Wir müssen uns aber zuerst die genauen Bedingungen ansehen.“

Geld für Amerika-Expansion

Mit dem Partner will die Casinos-Austria-Gruppe in erster Linie „Projekte in Zukunftsmärkten“ wie in Südostasien und Südamerika finanzieren. Wie viel Geld dafür notwendig ist, sagte Stoss nicht. Hinter vorgehaltener Hand ist von 500 bis 600 Mio. Euro die Rede. Der Casinos-Chef ist zuversichtlich, einen Geldgeber zu finden, der sich mit einem Minderheitsanteil zufrieden gibt.

Derzeit betreibt die International-Tochter 51 Casinos in 17 Ländern sowie zehn Casinos auf Kreuzfahrtschiffen und setzte damit im Vorjahr rund eine Mrd. Euro um. Die Auslandssparte war jahrelang die „Cashcow“ im Konzern. 2008 halbierte sich jedoch der Ertrag auf 15,2 Mio. Euro.

Heuer dürfte das Ergebnis deutlich besser sein, da die Anteile an den Golden Reef Ressorts in Südafrika und Minderheitsbeteiligungen in der Schweiz verkauft wurden. Angaben zum diesjährigen Gewinn machte Stoss nicht.

In Österreich wird heuer der Umsatz der zwölf Casinos voraussichtlich um „rund vier Prozent“ sinken. Im Vorjahr lagen die Erlöse bei 281 Mio. Euro. Laut Stoss seien die Besucherzahlen im Inland gleich geblieben, doch wegen der Wirtschaftskrise geben die Besucher weniger Geld aus.

Im Zuge der seit Langem in Arbeit befindlichen Novelle für ein neues Glücksspielgesetz forderte der Casinos-Chef eine „Soko Glücksspiel“. Diese soll strengere Kontrollen durchführen. Laut Schätzungen von Casinos Austria sind in ganz Österreich 18.000 bis 20.000 Spielautomaten in Betrieb, von denen nur 8000 legal sein sollen. Alleine in Oberösterreich soll es 4000 illegale Geräte geben.

Stoss verlangte, künftig alle Automaten an einen Rechner des Finanzministeriums anzuschließen. Nur so könne der Staat nachvollziehen, wie hoch die Umsätze sind und wie viel Steuern die Anbieter zahlen müssen.

Auf einen Blick

Der Aufsichtsrat von Casinos Austria wird am 2.Dezember entscheiden, ob und mit welchen Bietern verhandelt werden soll. Zum Verkauf stehen maximal 49 Prozent der Anteile an der Auslandstochter CAI.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2009)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.