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TV-Kritik

"Tatort" München: Psychose und Lebensfrust

Miroslav Nemec als Ivo Batic.ORF
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In "Der Tod ist unser ganzes Leben" schnappen die "Tatort"-Kommissare Batic und Leitmayr einen Messerstecher - und müssen bald um ihr Leben rennen.

Unsere Wertung für diesen "Tatort":

8 von 10 Punkten

Worum geht's in "Der Tod ist unser ganzes Leben"?

In München geht ein Messerstecher um - offenbar derselbe, der ein Jahr zuvor einen jungen Familienvater vor den Augen seiner Frau und seines Sohnes grundlos erstochen hat: Damals, im Oktober 2016, blieb dieser "Tatort"-Fall ungeklärt. Auch das neuerliche Opfer hat der Psychopath willkürlich ausgewählt. Doch diesmal kommen die Kommissare Leitmayr und Batic dem Täter auf die Spur. Als sie ihn bei einem Gefangenentransport begleiten, kommt es zu einem verhängnisvollen Zwischenfall - Leitmayr wird verletzt, Batic wird angeschossen und kämpft um sein Leben ...

Worum geht's noch?

Der Fall wird in Rückblenden erzählt: Leitmayr, der selbst verletzt wurde und am Stock geht, muss sich an die schrecklichen Momente erinnern, weil die Interne gegen Batic ermittelt. Denn es gab bei dem Zwischenfall drei Tote - zwei davon wurden mit seiner Waffe erschossen. Batic macht es seinem alten Kollegen Leitmayr aber nicht leicht, zu ihm zu halten, denn er lügt wie gedruckt. Und: Er hat von seinem Job die Schnauze voll: "Wir haben keine Frau. Kein Leben. Nur Leichen. Der Tod ist unser Leben." Viel Lebensfrust also.

Wer ermittelt in München?

Miroslav Nemec ist als Ivo Batic diesmal so verhärmt, dass es fast weh tut: Grantig, abweisend, verschlossen und verbohrt, macht er er dem Kollegen Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) das Leben schwer, der ihm helfen will, aber bei jedem Gesprächsversuch an eine Mauer des Schweigens prallt. Da ist der Nachwuchs-Kommissar Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) eine willkommene Hilfe. Ob sich da eine Generationenablöse ankündigt?

Was gefällt?

Gerhard Liebmann ("Blutgletscher") gibt einen diabolischen Psycho-Killer, der einem die Gänsehaut auf den Rücken jagt. Die Story ist sehr emotional - was da abgeht, das lässt keinen kalt - und sie wird originell erzählt (Regisseur Philip Koch legt hier seinen ersten Fernsehfilm vor): Die ständigen Rückblenden lassen den Zuschauer nicht nur an den Gedankengängen und Erinnerungen Leitmayrs teilhaben, sie ermöglichen es auch, den Film zu verstehen - selbst wenn man den Fall aus dem Jahr 2016 nicht gesehen hat. Wer's nachholen will: "Die Wahrheit" läuft am Freitag, 28. 4., um 22 Uhr als Wiederholung im Ersten.

Wo hakt's?

Ein "Tatort"-Kommissar, der offenbar völlig neben der Spur fährt und sich verhält wie eine Mischung aus Kleinkind und Selbstzerstörer - da haben die Autoren doch arg übertrieben. So viel Drama passt überhaupt nicht zum Batic.

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