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US-Militärschlag gegen Nordkorea: "Wir werden sehen"

Er wäre "nicht glücklich" über einen weiteren Atomtest der Regierung in Pjöngjang, sagt US-Präsident Donald Trump. Indes hat der US-Flugzeugträger "USS Carl Vinson" eine gemeinsame Übung mit der südkoreanischen Marine begonnen.

Das Säbelrasseln zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Nordkoreag geht weiter. Nachdem US-Präsident Donald Trump vor wenigen Tagen vor einem "großen, großen Konflikt" mit dem von Kim Jong-Un geführten Staat gewarnt hatte, legte er nun einen weiteren verbalen Seitenhieb nach: Er wäre "nicht glücklich" über einen etwaigen weiteren Atomtest der Regierung in Pjöngjang, sagte Trump dem Sender CBS in am Samstag veröffentlichten Ausschnitten eines Interviews.

Auf die Frage, ob damit ein Militäreinsatz gemeint sei, sagte er: "Ich weiß es nicht, will sagen, wir werden sehen." Das ganze Gespräch sollte am Sonntag und Montag ausgestrahlt werden.

Bei einem Auftritt vor Anhängern in Pennsylvania anlässlich seines 100. Tages im Amt des US-Präsidenten, ergänzte Trump: Die Regierung in Peking helfe den USA beim Versuch, den Konflikt zu lösen. China habe "enorme Macht", sein chinesischer Präsident Xi Jinping sei ein "guter Mann". Über einen erneuten Atomwaffentest Nordkoreas "wäre ich nicht froh", so Trump weiter. "Und ich glaube auch nicht, dass der chinesische Präsident, der ein sehr angesehener Mann ist, froh wäre."

US-Flugzeugträger beginnt Übung mit südkoreanischer Marine

Der US-Flugzeugträger "USS Carl Vinson" hat unterdessen am Samstag eine gemeinsame Übung mit der südkoreanischen Marine begonnen. Das Manöver startete, kurz nachdem der Flugzeugträger vor der koreanischen Halbinsel eingetroffen war, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mitteilte. Wie lange die Übung dauern soll, sagte der Sprecher nicht.

Zuvor hatte Nordkorea erneut einen Raketentest vorgenommen. Nach südkoreanischen Angaben explodierte das Geschoß jedoch kurz nach dem Start in der Luft, der Raketentest sei gescheitert.

Erst Mitte April misslang Pjöngjang ein Raketentest, den die diktatorische Führung zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il-sung durchführen wollte. Der neueste Versuch ist somit der vierte gescheiterte Test seit März (siehe Chronologie unten).

Die Regierung in Pjöngjang sieht gemeinsame Militärübungen der USA und Südkoreas als Provokation an. Mit Blick auf die "USS Carl Vinson" hatten die nordkoreanischen Staatsmedien gewarnt, die nordkoreanischen Streitkräfte könnten den Flugzeugträger mit einem einzigen Angriff versenken.

Nordkoreanische Raketentests unter Trump

28. Jänner: Experten berichten, Nordkorea habe den umstrittenen Atomreaktor in Yongbyon wieder in Betrieb genommen.

12. Februar: Pjöngjang testet eine ballistische Mittel-Langstreckenrakete. Bei Tausenden Kilometern Reichweite könnte sie einen Atomsprengkopf transportieren. Zur gleichen Zeit besucht der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe Trump in Washington.

1. März: Die USA und Südkorea beginnen ihre jährlichen gemeinsamen Frühjahrsübungen, die bis zum 30. April dauern sollen.

6. März: Nordkorea feuert vier ballistische Raketen ab - drei davon seien erst in der 200-Seemeilen-Zone vor Japan ins Meer gestürzt, heißt es aus Tokio. Nach Angaben nordkoreanischer Staatsmedien richtet sich die Übung gegen US-Stützpunkte in Japan.

7. März: Die US-Streitkräfte teilen mit, dass mit der umstrittenen Stationierung eines neuen Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen worden sei. Die ersten Elemente des Systems seien eingetroffen.

16. bis 19. März: Auf seiner Reise nach Japan, Südkorea und China erklärt US-Außenminister Rex Tillerson die bisherige "Politik der strategischen Geduld" gegenüber Pjöngjang als gescheitert. Zwar sagt er, das Land müsse sich vor den USA "nicht fürchten", schließt aber ein militärisches Vorgehen prinzipiell nicht aus. Die USA wollten in dem Konflikt enger mit China zusammenarbeiten.

18. März: Nordkorea vermeldet Fortschritte in seinem umstrittenen Programm für Trägerraketen zum Transport von Satelliten in den Weltraum. Die Entwicklung ist aus der Sicht der Weltgemeinschaft eine Tarnung für den Antrieb von Interkontinentalraketen.

22. März: Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilt mit, dass dem nördlichen Nachbarn offensichtlich ein neuerlicher Raketentest misslungen sei. Nach Angaben von US-Medien scheint die Rakete "innerhalb von Sekunden nach dem Start explodiert zu sein".

2. April: Trump kündigt in einem Interview der "Financial Times" an, Nordkoreas Atomwaffenprogramm notfalls im Alleingang zu stoppen.

5. April: Nordkorea feuert von der Ostküste eine ballistische Rakete in Richtung offenes Meer. Nach Angaben des US-Pazifikkommandos handelt es sich vermutlich um den Mittelstrecken-Typ KN-15.

6./7. April: Beim Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in den USA erklären beide Seiten, dass das nordkoreanische Atomprogramm ein "ernstes Stadium" erreicht habe.

8. April: Die USA entsenden den Flugzeugträger "USS Carl Vinson" mit seinen Begleitschiffen in Richtung der koreanischen Halbinsel.

10. April: China und Südkorea kündigen bei weiteren Raketen- und Atomtests Nordkoreas neue Sanktionen an. Gleichzeitig droht Pjöngjang den USA wegen der Entsendung von Kriegsschiffen mit "härtesten Gegenmaßnahmen". Die Volksrepublik sei für jede Art von Krieg bereit.

11. April: Trump fordert China auf, seinen Einfluss auf Nordkorea geltend zu machen. "Andernfalls lösen wir das Problem ohne sie."

12. April: Trump lobt China dafür, Schiffe mit Kohlelieferungen aus Nordkorea zurückgeschickt zu haben. Dies sei ein "großer Schritt".

29. April: Nordkorea startet nach Angaben Südkoreas und der USA erneut eine Rakete, die jedoch kurz nach dem Start auseinanderbricht.

(APA/AFP/Reuters/Red.)