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Kopftuch-Sager: Glawischnig gibt Van der Bellen "keine Noten"

Grünen-Obfrau Eva GlawischnigAPA/HERBERT PFARRHOFER
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"Wir werden alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen - aus Solidarität", hatte der Bundespräsident gemeint. Die Grünen-Chefin reagiert darauf zurückhaltend, Schlagersänger Andreas Gabalier mit einem Foto.

Grünen-Obfrau Eva Glawischnig gibt sich in der Diskussion um Aussagen von Bundespräsident Van der Bellen zum Kopftuch zurückhaltend. "Ich werde ihm keine Noten verteilen", sagte sie am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Es habe sich dabei um eine Diskussionsveranstaltung gehandelt. Grüne Sicht sei jedenfalls, dass es jeder Frau frei stehe, was sie trägt. Diskriminierung dürfe es keine geben.

Der Hintergrund: Van der Bellen, ehemals grüner Bundessprecher, war am 24. März im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung in der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien zum Thema Islamfeindlichkeit angesprochen worden, speziell auf Übergriffe auf Kopftuch tragende Frauen. Dazu sagte das Staatsoberhaupt: "Es ist das Recht der Frau sich zu kleiden wie auch immer sie möchte, das ist meine Meinung dazu. Im übrigen nicht nur die muslimische Frau, jede Frau kann ein Kopftuch tragen." Dann fügte er noch hinzu: "Wenn das so weitergeht, bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun."

In den sozialen Medien hagelte es daraufhin Kritik. Das Team von Alexander Van der Bellen rechtfertigte sich darauf via Facebook: "Im Kern ging es dem Bundespräsidenten bei seinen Aussagen darum, der Stigmatisierung von Kopftuch tragenden Frauen entgegenzuwirken."

Gabalier mit kariertem Kopftuch

Indes klinkte sich auch der Schlagersänger Andreas Gabalier via seiner Facebook-Seite in die politische Diskussion ein - wo er sich Kopftuch tragend zeigte.

(APA/Red.)