Ein Monolog von Late-Night-Talker Stephen Colbert erzürnt die Anhänger von US-Präsident Donald Trump. Vor allem eine Passage über Trumps Verhältnis zu Putin sorgt für Aufregung.
US-Präsident Donald Trump ist ein Lieblingsthema der US-Late-Night-Shows. Eine hat es mit dem Trump-Bashing für den Geschmack vieler Amerikaner allerdings übertrieben: Unter dem Hashtag #FireColbert rufen wütende Trump-Anhänger zur Entlassung des Moderators Stephen Colbert auf.
Grund ist ein Monolog des Showmasters in seiner "Late Show" am Montagabend (Ortszeit) auf dem US-Sender CBS. Darin zog er eine bissige Bilanz der ersten 100 Tage von Trumps Präsidentschaft. Für Empörung sorgte vor allem eine Bemerkung Colberts, bei der er Trump mit Oralsex mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Verbindung brachte. "Das einzige, wofür ihr Mund gut ist, ist, um Putins ..." sagte Colbert. Welches Körperteil des russischen Präsidenten er meinte, war trotz eines darüber gelegten Pieptons klar. "Das einzige, was kleiner ist als Ihre Hände, ist Ihre Steuererklärung", fuhr er fort. Wobei Colbert schon zu Beginn des Monologs klargemacht hatte, dass er mit "Steuererklärung" das Gemächt des Präsidenten meinte.
Anlass für die drastischen Worte war laut Colbert Trumps Umgang mit dem bekannten Journalisten John Dickerson, der wie Colbert für CBS arbeitet. Dieser war vom Präsidenten aus Anlass von dessen ersten 100. Tagen im Amt ins Weiße Haus eingeladen worden. Dort beleidigte Trump Dickerson, indem er dessen Sendung "Die Schande der Nation" nannte. Der Journalist reagierte nicht, und blieb auch im weiteren Verlauf den Interviews ruhig.
"Sie wollen doch nicht, dass die Fake News berichten"
Allerdings brach Trump das Gespräch vorzeitig ab, nachdem ihn Dickerson zu seinem Verhältnis zu Amtsvorgänger Barack Obama befragte. "Ich habe meine Meinung, Sie können Ihre Meinung haben", sagte Trump zu dem Journalisten, doch dieser hakte nach: "Aber ich will Ihre Meinung als Präsident hören. Sie wollen doch nicht, dass die Fake News berichten", sagte Dickerson. "Danke, es reicht", sagte Trump, drehte sich um und setzte sich an den Schreibtisch des Oval Office.
In seinem Monolog am Montag meinte Colbert, dass zwar Dickerson sich nicht von Trump provozieren lasse, er aber kein Problem damit habe, ihn stellvertretend für seinen Senderkollegen zu beschimpfen.
Anhänger des US-Präsidenten riefen anschließend eine Website und einen Twitter-Account mit dem Namen FireColbert (feuert Colbert) ins Leben.
(APA/dpa)