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Marchfeld-Schnellstraße: Überreste der Schlacht bei Wagram gefunden

Gemälde: Die Schlacht bei Wagram
Gemälde: Die Schlacht bei WagramPresse
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Bei Grabungen im Vorfeld des Baus der S8 sind mögliche Unterkünfte oder Stellungen, ein Massengrab sowie Uniformteile, Münzen, Waffenteile und Munition gefunden worden.

Nachdem die Österreicher im Mai 1809 bei Aspern bei Wien Napoleon seine erste Niederlage zugefügt hatten, besiegten knapp zwei Monate später die französischen Truppen die österreichische Armee in der Schlacht bei Wagram. Rund 80.000 Soldaten wurden bei dem Gemetzel getötet. Überreste der Schlacht wurden nun bei archäologischen Grabungen im Vorfeld des Baus der Marchfeld-Schnellstraße (S8) entdeckt.

Die staatliche Autobahnholding Asfinag will mit der Schnellstraße eine Verbindung von der geplanten S1 nordöstlich von Wien bis zur Staatsgrenze bei Marchegg schaffen und damit Gemeinden wie Gänserndorf, Strasshof und Deutsch-Wagram verkehrsmäßig entlasten. Im Vorfeld des für 2019 geplanten Baubeginns wurden entlang der Trasse archäologische Grabungen in Auftrag gegeben, drei Millionen Euro investiert die Asfinag dafür. Die Grabungen im Vorfeld sollen Unterbrechungen durch archäologische Funde während des Baus vermeiden.

Überreste von fünf Soldaten

Seit Mitte März graben die zwei beauftragten archäologischen Dienstleister Novetus und Archnet im Gemeindegebiet von Deutsch-Wagram und Parbasdorf und stießen dabei bereits auf Überreste der Schlacht bei Wagram, bei der 300.000 Soldaten von Napoleon und Erzherzog Karl von Österreich aufeinandertrafen. "Wir haben bisher verschiedene bauliche Maßnahmen, vielleicht Unterkünfte oder Stellungen, ein Massengrab mit den sterblichen Überresten von fünf Soldaten beider Seiten mit erkennbaren Schussverletzungen, Uniformteile, Münzen, Waffenteile und Munition gefunden", erklärte Alexander Stagl, der gemeinsam mit Slawomir Konik die Grabungen leitet.

Im Laufe des Jahres werden bis zu zehn Archäologen auf einem insgesamt 30 Hektar großen Gebiet graben. Weil das gesamte Marchfeld aufgrund der fruchtbaren Böden und der guten Wasserversorgung schon lange ein beliebtes Siedlungsgebiet ist, rechnet Stagl auch mit deutlich älteren Funden. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf urzeitliche Funde stoßen, ist groß", sagte der Archäologe.

Die bei den Grabungen freigelegten Funde werden laut Stagl dem Niederösterreichischen Landesmuseum übergeben, menschliche Überreste im Naturhistorischen Museum untersucht.

(APA)