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Russischer Aktionskünstler Pawlenski erhält Asyl in Frankreich

Artist Pjotr Pawlenski bei einer seiner PerformancesPavlensky sits on a wall after he cut off a part of his earlobe during his protest action titled ´Segregation´ in Moscow
Pjotr Pawlenski bei einer seiner Performances(c) REUTERS (MAXIM ZMEYEV)
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Die Performances von Pjotr Pawlenski sorgten für Aufregung, zuletzt saß er sieben Monate in Untersuchungshaft. In Frankreich wird er als politischer Flüchtling anerkannt.

Der Kreml-kritische russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski hat politisches Asyl in Frankreich erhalten. Die zuständige Behörde habe den Künstler und seine Lebensgefährtin am Donnerstag als politische Flüchtlinge anerkannt, sagte Pawlenskis Anwältin Dominique Beyreuther Minkov. Sie äußerte sich erfreut darüber, dass Oppositionelle nach wie vor in Frankreich Asyl erhalten könnten.

Der 33-jährige Pawlenski und seine Lebensgefährtin Oksana Schaligina, die im Jänner mit ihren beiden Kindern nach Frankreich eingereist waren, wollten sich nicht zu der Entscheidung äußern.

Der über die Grenzen Russlands hinaus bekannte Künstler hatte immer wieder mit spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Im Juni 2016 wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er an den Türen der Zentrale des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau Feuer gelegt hatte. Nach der Aktion hatte er sieben Monate in Untersuchungshaft verbracht.

2012 nähte Pawlenski sich in einer Solidaritätsaktion für die regierungskritischen Punk-Aktivistinnen Pussy Riot den Mund zu. Im folgenden Jahr nagelte er seinen Hodensack auf das Pflaster des Roten Platzes in Moskau, um gegen die Entwicklung Russlands zu einem Polizeistaat zu protestieren.

Zehn Jahre Straflager - oder Exil

Im Dezember geriet der Künstler erneut ins Visier der Justiz, nachdem eine Theaterschauspielerin ihn der sexuellen Belästigung bezichtigt hatte. Die Beamten hätten ihm zwei Möglichkeiten aufgezeigt, berichtete er später in Frankreich: Für zehn Jahre in ein Straflager zu gehen - oder Russland zu verlassen. Die Familie floh im Auto nach Frankreich.

(APA/AFP)