Der Austritt aus der Eurozone löse die Probleme der italienische Wirtschaft nicht, warnt Giuseppe Vegas vor den Forderungen der Populisten.
Der Chef von Italiens Börsenaufsichtsbehörde Consob, Giuseppe Vegas, hat vor einem Ausstieg Italiens aus dem Euroraum gewarnt, wie es einige populistische Parteien im Land fordern. "Ein 'Italexit' wäre ein Schock für den ganzen Euroraum und würde dessen Überleben gefährden", so Vegas in einer Ansprache vor Unternehmern in Mailand.
Der Austritt aus dem Euroraum sei keine Lösung für die Probleme der italienischen Wirtschaft, wie einige Parteien behaupten. "Die Ankündigung einer Rückkehr zur nationalen Währung würde eine Flucht internationaler Investoren auslösen. Damit wäre Italiens Fähigkeit beeinträchtigt, die drittgrößte Staatsschuld der Welt zu finanzieren", so Vegas.
Italiener misstrauen der Börse
Die Sanierung des italienischen Bankensystems sei wegen der schweren Belastung durch faule Kredite kompliziert. Trotz des Drucks der EU dürften die Banken es nicht zu eilig haben, sich von notleidenden Krediten zu trennen. "Italiens Banken haben die Fähigkeit, intern mit dem Problem der notleidenden Kredite umzugehen, ohne auf Lösungen zurückzugreifen, von denen externe Gesellschaften profitieren würden", so Vegas.
Der Consob-Chef warnte vor dem zunehmenden Misstrauen der Italiener gegenüber der Börse. Diese habe für italienische Anleger an Bedeutung verloren. Die Italiener würden immer weniger ihre Ersparnisse in Aktien anlegen. Zwischen Jänner 2011 und April 2017 sei der Mailänder Aktienindex FTSE MIB um lediglich 2,16 Prozent gewachsen, während andere Finanzplätze zweistellig zugelegt haben, betonte Vegas.
(APA)