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Wer wird neuer französischer Premier?

French President elect Emmanuel Macron walks towards the Pyramid du Louvre to give a speech to supporters after results in the 2017 presidential election in Paris
Emmanuel Macron(c) REUTERS (POOL)
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Macron gibt seiner Bewegung einen neuen Namen. Bald bestellt der zukünftige Präsident die Regierungsspitze. Eine Frau hat besonders gute Chancen.

Paris. Die Bewegung des neu gewählten französischen Präsidenten Emmanuel Macron erhält einen neuen Namen. Generalsekretär Richard Ferrand teilte am Montag in Paris mit, die Gruppierung namens "En Marche!" (In Bewegung) heiße künftig "La Republique en Marche" (Die Republik in Bewegung). Wie erwartet legte Macron den Vorsitz nieder, um sich ganz seinen Aufgaben als Präsident widmen zu können.

Erst nach der Amtsübergabe am kommenden Sonntag wird Macron das Geheimnis lüften und sagen, wen er für das Amt des Premierministers vorgesehen hat. Angeblich hat er seine Wahl längst getroffen. Viele Namen zirkulieren.

Die wichtigste erste Nominierung wird auch Aufschluss über Macrons taktische Prioritäten geben. Er kann einen Mann oder eine Frau aus seinem engeren Wahlkampfteam mit der Regierungsbildung beauftragen – und so vorab auf unbedingte Loyalität setzen. Er kann aber auch eine Persönlichkeit aus den Reihen der gespaltenen Sozialisten oder den ebenfalls zwischen Pro- und Kontra-Macron hin- und hergerissenen konservativen „Républicains“ wählen, um so die Krise dieser Parteien zu verschärfen. Es bleibt ihm auch die Möglichkeit, keinen Berufspolitiker zu nominieren. Zu den Kriterien seiner Auswahl hatte er verraten, dass er am liebsten eine Frau für diesen Führungsposten hätte. Mehrere fühlten sich da gemeint oder berufen: die sozialistische Ex-Ministerin Ségolène Royal,die ehemalige Arbeitgeberpräsidentin Laurence Parisot oder auch die gegenwärtige IWF-Chefin, Christine Lagarde. Macron hat solche Mutmaßungen gleich wieder dementiert und gesagt, er entscheide nicht nach Geschlecht, sondern vor allem aufgrund der Kompetenz.

Bürgerliche bieten sich an

Im bürgerlichen Lager gibt es mehrere Kandidaten: den Vorsitzenden der nordfranzösischen Region Les-Hauts-de-France, Xavier Bertrand,oder seinen Amtskollegen von der Côte d'Azur, Christian Estrosi. Keiner war aber mit seiner Offerte so deutlich wie Bruno Le Maire: „Als Mann der Rechten sage ich, es gibt da eine Tür und eine Chance, die sich für eine nützliche Amtszeit eröffnet. Ja, ich könnte für diese Regierungsmehrheit arbeiten.“

Hoch gehandelt an der Gerüchtebörse wird auch der bisherige Verteidigungsminister, Jean-Yves Le Drian. Er ist zwar noch Mitglied der Parti socialiste, hat sich jedoch klar für Macron ausgesprochen. Ähnliches gilt für den Bürgermeister von Lyon, Gérard Collomb, der von Beginn an bei Macrons Kampagne dabei war. Am Ende aber wird dieser vielleicht alle überraschen und eine europapolitisch engagierte Außenseiterin in diesem Rennen nominieren: In den Wettbüros steigen derzeit die Quoten für die EU-Abgeordnete Sylvie Goulard. Aber auch das ist bisher nur ein Gerücht ohne Gewähr. (rb)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2017)

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