Älteste und zweigrößte Partei Deutschlands

Alteste und zweigrößte Partei Deutschlands
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Die SPD ist rund 514.000 Mitgliedern die zweitgrößte Partei in der Bundesrepublik. Im Jahr 1863 startet sie ihr Wirken und ist somit die älteste politische Fraktion in Deutschland.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, kurz SPD, ist die älteste und mit knapp 514.000 Mitgliedern zweitgrößte Partei in Deutschland. Sie besteht aus gut 12.000 Ortsvereinen, 350 Unterbezirken sowie zwanzig Bezirks- und Landesverbänden. Politisch fühlt sich die Sozialdemokratische Partei Deutschlands Freiheit und sozialer Gerechtigkeit besonders verpflichtet und steht traditionell links im politischen Spektrum.

Seit 1998 hat die SPD allerdings rund 260.000 Mitglieder verloren und liegt inzwischen sogar hinter der CDU, mit der sie bis vor wenigen Wochen in einer Großen Koalition zusammen regiert hat. Nach der verheerenden Niederlage bei der Bundestagswahl umfasst die arg dezimierte Bundestagsfraktion nun 146 Abgeordnete, als deren Vorsitzender fungiert der gescheiterte Kanzlerkandidat und Ex-Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Vorsitz

SPD-Vorsitzender war zu Parteitagsbeginn in Dresden noch Franz Müntefering. Er wurde im Oktober 2008 gewählt und hatte das Amt bereits in den Jahren 2004 bis 2005 inne. Müntefering soll nun vom früheren Umweltminister Sigmar Gabriel abgelöst werden. Als Gabriels Stellvertreter nominierte der Vorstand die nordrhein-westfälische Landeschefin Hannelore Kraft, den bisherigen Arbeitsminister Olaf Scholz sowie die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig und den Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.

Parteitag alle zwei Jahre

Oberstes Beschlussgremium der SPD ist der alle zwei Jahre stattfindende Parteitag mit seinen 525 Delegierten. Der wählt auch den 45-köpfigen Bundesvorstand der SPD und dieser wiederum das Präsidium. Zur Partei gehören auch elf Arbeitsgemeinschaften, darunter die Jungsozialisten, kurz Jusos, für alle Mitglieder zwischen 14 und 35 Jahren, die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) und die Vereinigung 60 Plus für ältere Parteimitglieder. Wichtigstes Gremium zwischen den Parteitagen ist der 110 Mitglieder aus Bezirken und Landesverbänden umfassende Parteirat.

Parteizentrale und Vernetzung

Parteizentrale ist das Willy-Brandt-Haus in Berlin. Europaweit arbeitet die SPD mit ihren Schwesterparteien im Verband der Sozialdemokratischen Parteien Europas (SPE) mit, weltweit mit mehr als 130 Parteien zusammen in der Sozialistischen Internationale (SI).

Geschichte

Bereits 1863 hatte Ferdinand Lassalle in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein gegründet, der als Vorläufer der SPD gilt und sich 1875 in Gotha mit der von August Bebel gegründeten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei vereinigte. Unter Otto von Bismarcks Sozialistengesetzen drei Jahre später verboten, wurden die Sozialdemokraten nach der Wiederzulassung 1890 mit 19,7 Prozent stärkste Partei im Kaiserreich, 1912 kamen sie sogar auf 34,8 Prozent. 1918 rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann in Berlin die Republik aus, ein Jahr später wurde mit Friedrich Ebert wiederum ein SPD-Mitglied erster Reichspräsident.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung stimmte die SPD 1933 im Reichstag als einzige Partei gegen das Ermächtigungsgesetz. Nach dem Krieg gab es einen Neuanfang mit Kurt Schumacher als Parteichef. Mit Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder stellte die SPD bisher drei Bundeskanzler sowie mit Gustav Heinemann und Johannes Rau zwei Bundespräsidenten.

(APA)