Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Millionenschulden: OMV und Iran vor Einigung

OIL-OPEC
AP
  • Drucken

Teheran will alte Schulden bei der OMV in Ölfässern bezahlen. Es geht um einen "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag".

Die Jubelmeldungen aus Teheran waren verfrüht. Zu Wochenbeginn berichteten etliche iranische Medien über einen bevorstehenden Deal der staatlichen Ölgesellschaft NIOC mit der österreichischen OMV. 40.000 Fass Erdöl pro Tag solle der Iran der OMV in Hinkunft liefern. 7,25 Prozent des gesamten Exportwertes dürften zumindest eine Zeitlang direkt beim österreichischen Unternehmen landen. Auf diesem Weg will Teheran alte Forderungen der OMV begleichen.

Derzeit schulde das Land dem Konzern „einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“, heißt es aus dem Umfeld der OMV zur „Presse“. Die Österreicher hätten für den Iran ein Ölfeld entdeckt, seien für die Exploration aber noch nicht entlohnt worden, erklärte NIOC-Chef Ali Kardor gegenüber der Staatsagentur IRNA. Die Verhandlungen über eine Begleichung der Millionenschuld laufen seit Monaten. „Wir sind in der Endphase der Verhandlungen“, bestätigte OMV-Chef Rainer Seele denn auch am Donnerstag bei der Präsentation der Quartalszahlen (Gewinn stieg von 174 auf 502 Mio. Euro). Details wolle er bis zur finalen Entscheidung aber nicht kommentieren.

Iran exportiert wie in 70ern

Fast 1,5 Jahre nach dem Ende der Sanktionen müht sich der Iran um engere wirtschaftliche Kooperationen mit internationalen Konzernen, um die Öl- und Gasbranche auf Vordermann zu bringen. Die OMV hat ihren guten Draht nach Teheran nie abreißen lassen und unterzeichnete bereits 2016 erste Absichtserklärungen über die Entwicklung von neuen Öl- und Gasfeldern im Land. Eine konkrete Einigung steht noch aus.

Während der Sanktionen fiel die iranische Ölproduktion von vier auf 2,5 Mio. Fass Öl am Tag, die Exporte sanken auf eine Mio. Heute liegt die Produktion wieder bei fast vier Mio. Fass, drei Mio. gehen in den Export. So viel wie zuletzt in den 1970er-Jahren.

(Die Presse", Print-Ausgabe, 12.5.2017)