Song Contest 2017: Jodeln, Zahnlücken und ein Happy End für Österreich

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(c) APA/AFP/SERGEI SUPINSKY (SERGEI SUPINSKY)

Nathan Trent qualifizierte sich am Donnerstagabend für das ESC-Finale. Das zweite ESC-Semifinale hatte nicht viele Höhepunkte, drei sollen hervorgehoben werden.

Große Gesten, viel Funkenregen und auch nicht wenig Playback. Am Donnerstagbend ging das zweite Song-Contest-Semifinale in Kiew über die Bühne. Für Österreich ging der 25-jährige Nathan Trent an den Start und schaffte mit einer soliden Gesangsleistung den Einzug ins Finale. Es blieb spannend bis zum letzten Moment: Österreich wurde als letzter Finalist aufgerufen. Ebenfalls für das Finale am Samstag haben sich qualifiziert: Bulgarien, Ungarn, Weißrussland, Kroatien, Dänemark, Israel, Rumänien, Niederlande, Norwegen (>> Link zur Ticker-Nachlese)

Das zweite Semifinale bot nicht viele besonders aufregende Momente, die Jodel-Nummer aus Rumänien oder die DJ-Bobo-Gedenknummer aus San Marino zählten zu den absurderen Beiträgen. Drei positive sollen aber hervorgehoben werden:

  • Bulgarien: Kristian Kostow, gerade einmal 17 Jahre alt, sorgte mit einer gesanglich guten Leistung, einer Ausstrahlung eines jungen A-Ha-Sängers Morten Harket (auch mit Zahnlücke!) und eine für sein Alter bemerkenswert abgebrühte Bühnenperformance für einen der wenigen Höhepunkte. Bereits vor dem zweiten Semifinale war er auf Platz drei bei den Wettanbietern. Ist also nicht unwahrscheinlich, dass der ESC im kommenden Jahr - zum allerersten Mal - in Sofia stattfindet.
  • Ungarn: Unser Nachbarland, das in jüngerer Vergangenheit zumeist im Asylkontext und wegen EU-kritischen Tendenzen in den Schlagzeilen war, hat einen interessanten Kandidaten zum Song Contest geschickt. Joci Pápai ist Roma und lässt seine Wurzeln in seinem stimmungsvollen Ethno-Rap-Pop-Song "Origo" einfließen. Immerhin ein Beitrag, der sich von der frappierenden Beliebigkeit aus Celine-Dion-Möchtegern-Balladen und David-Guetta-Dance-Songs abhob. Schön, dass wir diese Nummer auch im Finale sehen werden.
  • Weißrussland: Auch heuer singen wieder viele Länder nicht in ihrer Landessprache, sondern auf Englisch. Lobende Ausnahme: das Duo Naviband mit "Historyja Majho Zyccia" ("Die Geschichte meines Lebens"), das in ihrer Landessprache sang und zudem eine Gitarrennummer (rar beim ESC!) darbot. Auch Weißrussland, das zuletzt wegen der Todesstrafe im Fokus der Medienwelt stand, darf sich - zurecht - über einen Platz im Finale freuen. Nur die Bühnenoutfits - fade Fete Blanche (omnipräsent am Song Contest!) statt abenteuerlicher Poncho-Look im Video - bekommen einen Minuspunkt.

 

Am Samstag treten 26 Länder an - neben den am Donnerstag qualifzierten zehn Länder sind es folgende 16 Länder, die sich aus dem Gastgeber, den Big Five (die größten Geldgeber der European Broadcasting Union) und den Finalisten vom Dienstag zusammensetzen: Ukraine (Gastgeber), die Big Five )Großbritannien, Deutschland, Frankreich Spanien, Italien) Armenien, Aserbaidschan, Australien, Belgien, Griechenland, Moldau, Polen, Portugal, Sweden und Zypern.