Konzerthaus: Bald wird die Avantgarde „eingewienert“ sein . . .

(c) Konzerthaus/ Lukas Beck
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Das 38. Internationale Musikfest begann festspielwürdig, aber erstmals außerhalb des Festwochen-Programms. Und Boulez wurde endlich „philharmonisch“.

Als der Konzerthaus-Intendant, bevor er kurz, aber prägnant an die glorreiche Geschichte des Wiener Musikfestes erinnerte, den scheidenden Vizekanzler Mitterlehner begrüßte, gab es lang anhaltenden, herzlichen Applaus im großen Konzerthaussaal. Diese Sympathiebezeugung mochte man auslegen, wie man mochte, bezeichnend für den Feuilletonisten war an diesem Auftakt zum 38. Musikfest, dass von der sogenannten Kulturpolitik dieses Landes niemand vertreten war, den man hätte begrüßen können; wie immer dann die Reaktion des Publikums ausgefallen wäre.

Wie es um das Verständnis von Kulturpolitik in Stadt und Bund bestellt ist, entnimmt man ja nicht nur diversen parteipolitischen Freunderlwirtschaftsakten, sondern auch der Tatsache, dass es eben für das traditionsreiche Musikfest keine Unterstützung mehr aus dem Festwochenbudget gibt. Obwohl das Festival aus jenen Musikfesten hervorgegangen ist, die der einstige Konzerthaus-Generalsekretär (und spätere Staatsoperndirektor) Egon Seefehlner ins Leben gerufen hat – und mit denen er die Crème de la Crème der damaligen musikalischen Avantgarde nach Wien holte, von Igor Strawinsky bis Pierre Boulez.

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