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Wiener ÖVP: Busek will Marek

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ÖVP-Grande Erhard Busek wirft sich für Christine Marek in die Bresche. Der Ex-Vizekanzler plädiert für die Familien-Staatssekretärin als Nachfolgerin von Johannes Hahn.

Erhard Busek, ÖVP-Grande und von 1976 bis 1989 ÖVP-Landesobmann von Wien, hat sich in einem Interview für Familienstaatssekretärin Christine Marek als Nachfolgerin von Johannes Hahn in Wien ausgesprochen.

"Sie bringt von Haus aus ein gewisses Profil mit, das sich der Harry Himmer erst erarbeiten müsste", begründete Busek seine Präferenz. Das Präsidium und der Vorstand der Wiener ÖVP wollen am Montag eine Entscheidung zwischen Marek und ihrem Konkurrenten, Bundesrat Harald Himmer, treffen.

"Exzellentes" Gegenangebot

Marek sei "exzellent" als Gegenangebot zu SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl und FPÖ-Konkurrent Heinz-Christian Strache zu positionieren, meinte Busek: "Sie ist ein wienerischer Typ, gesprächsfähig, eine, die auf die Leute zugeht." Damit sei sie auch für viele junge Leute wählbar. "Und ich glaube, dass eine Frau auch sehr gut ist."

Angesichts der knappen Zeit bis zur Wien-Wahl im kommenden Jahr sei er froh, dass sich jemand aus der Regierungsmannschaft bereiterklärt habe anzutreten: "Das ist sehr hilfreich und unterstreicht die Bedeutung Wiens für die ÖVP." Entsprechend habe er die vielen Weigerungen verschiedener Funktionäre im Vorfeld nicht in Ordnung gefunden: "Das hat man zu tun."

"Strategie hat gefehlt"

Ob sich die Parteiführung im Nachfolgeprozess für den designierten EU-Kommissar Hahn geschickt verhalten habe, wollte Busek - selbst von 1976 bis 1989 VP-Landesobmann in Wien - nicht näher kommentieren: "Es hat offensichtlich eine Strategie gefehlt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen."

Passend zur Debatte veröffentlichten am Sonntag "Kurier" und "Krone" eine von der ÖVP durchgeführte Telefonumfrage unter 800 Wienern. Demnach habe Marek einen Bekanntheitsgrad von 53 Prozent, Himmer hingegen lediglich von 14 Prozent. "Die empirische Evidenz spricht klar für Marek", wird Meinungsforscher Franz Sommer zitiert, dessen "Institut für Marktforschung und Regionalumfragen" die Daten erhoben hat.

(APA)