Fahrplan für Umsiedlung der EU-Agenturen

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Kommission stellt Weichen für Exodus aus London.

Brüssel. Die EU-Kommission bereitet sich auf die Absiedlung von europäischen Agenturen aus London im Zuge des Brexit vor. Die „Financial Times“ berichtete am gestrigen Dienstag von einem ersten Fahrplan für den Umzug der Europäischen Medikamentenagentur (EMA) und der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) aus der britischen Hauptstadt. Demnach sollen jene Mitgliedsstaaten, die den EU-Agenturen als neue Heimat dienen wollen, bis zum 31. Juli ihre Bewerbungsschreiben in Brüssel abgeben. Die Brüsseler Behörde wird die Bewerbungen bis Mitte September evaluieren, die Entscheidung sollen die EU-Mitglieder im Oktober im Rahmen eines mehrstufigen Abstimmungsverfahrens fällen.

EBA und EMA beschäftigen in London mehr als 1000 hoch qualifizierte und gut bezahlte Mitarbeiter. Vor allem die Arzneimittelagentur, die zweitgrößte Agentur der EU, ist begehrt, denn zu ihrem Umfeld gehören auch zahlreiche Verbindungsbüros von Pharmaunternehmen. Als Favoriten im Rennen um die Bankenaufsicht gelten Frankfurt und Paris, als potenzieller Standort für EMA ist auch Wien im Gespräch, die Kandidatur wurde vom ehemaligen Ständigen Vertreter Österreichs bei der EU, Gregor Woschnagg, vorbereitet. (ag./la)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.05.2017)