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Brasilien: Bestecher als Kronzeugen

Dank politischer Hilfe ist JBS zu einem der weltweit führenden Fleischkonzerne aufgestiegen. Dabei ist es oft nicht ganz legal zugegangen.
Dank politischer Hilfe ist JBS zu einem der weltweit führenden Fleischkonzerne aufgestiegen. Dabei ist es oft nicht ganz legal zugegangen.(c) imago/Fotoarena (Cadu Rolim)
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Die Fleischbarone Joesley und Wesley Batista haben Politiker im großen Stil geschmiert. Da sie mit der Justiz gegen Präsident Michel Temer zusammenarbeiten, dürften sie straffrei bleiben.

Brasilia. Joesley Batista hat Milliarden verdient im Lauf seines erst 44 Jahre langen Lebens. Aber als er am späten Abend des 7. März den Palácio do Jaburu verließ, da wusste er, dass er den besten Deal aller Zeiten in der Tasche hatte. Mit zwei versteckten Rekordern hatte er sein vertrauliches Gespräch mit Brasiliens Präsidenten, Michel Temer, aufgenommen, das in einem Kellerraum von dessen Residenz stattfand, in den er über die Garage gelangt war, ohne von der Palastwache registriert worden zu sein.

Der Inhalt der Konversation passte zu deren konspirativem Rahmen: Der Boss des weltgrößten Fleischkonzerns JBS berichtete dem Staatsoberhaupt von seinen Mühen, dem Zugriff der Korruptionsermittler zu entgehen. Der Unternehmer erklärte, auf welchen Wegen er sich die Gunst eines Staatsanwaltes erkaufte, wie er den Zugang zu zwei Richtern erschmierte und dass er dem zu 15 Jahren Haft verurteilten früheren Parlamentspräsidenten Schweigegeld zahle, monatlich.