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Warnungen ignoriert: Britischer Geheimdienst prüft Pannen nach Anschlag

Die Polizei fahndet weiter nach dem Netzwerk hinter dem Attentat in Manchester.
Die Polizei fahndet weiter nach dem Netzwerk hinter dem Attentat in Manchester.APA/AFP/JOHN SUPER
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Der MI5 will seinen Umgang mit Geheiminformationen über den Manchester-Attentäter überprüfen. Vor dem Anschlag sollen mindestens drei Warnungen eingegangen sein.

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 hat einem Insider zufolge eine interne Untersuchung zum Anschlag in Manchester eingeleitet. Geprüft werde, ob "Lehren daraus gezogen werden müssen, wie der Geheimdienst mit dem Material" zum Selbstmordattentäter Salman Abedi umgegangen sei, sagte die Person, die namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei den Behörden seien vor dem Selbstmordattentat vor einer Woche mindestens drei Warnungen eingegangen, berichtete zuvor BBC am Montag. Außer dem Umgang mit Hinweisen aus der Bevölkerung soll das Verhalten der Minister und Aufsichtsbehörden des MI5 in einem getrennten Bericht abgehandelt werden.

Innenministerin Amber Rudd sagte dem Sender Sky News, die Ermittlungen seien ein erster guter Schritt. Die britischen Behörden geben selten Ermittlungen bekannt, bei denen es um ein mögliches Versagen des MI5 geht. Bei dem Anschlag des 22-Jährigen auf ein Popkonzert waren 22 Menschen getötet worden.

Weitere Festnahme

Der in Großbritannien geborene Muslim libyscher Abstammung habe zwar zu den 20.000 Personen gehört, die in den Akten des MI5 geführt worden seien, jedoch nicht zu den 3000, gegen die ermittelt werde.

Die Polizei nahm am Montag einen weiteren Verdächtigen fest. Ein 23-Jähriger sei in Shoreham-by-Sea in der Grafschaft Sussex in Gewahrsam genommen worden, teilte sie am Montag über Twitter mit. Er werde verdächtigt, gegen Anti-Terror-Gesetze verstoßen zu haben. Es handelt sich demnach um die 16. Festnahme nach dem Anschlag auf ein Pop-Konzert, bei dem in der vergangenen Woche 22 Menschen getötet wurden. 14 Personen seien noch in Haft.

Rudd hatte am Wochenende erklärt, manche Mitglieder des Netzwerks um den 22-jährigen mutmaßlichen Selbstmordattentäter Salman Abedi seien womöglich noch auf der Flucht. Der Chef der Anti-Terror-Polizei, Mark Rowley, kündigte weitere Festnahmen an.

(APA/Reuters)