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Die französische Justiz ermittelt gegen engen Macron-Vertrauten

Ferrand
APA/AFP/FRED TANNEAU
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Richard Ferrand, Minister für den territorialen Zusammenhalt, muss sich wegen einer Immobilienaffäre vor dem Staatsanwalt verantworten.

Die junge Regierung von Frankreichs Staatspräsidenten Emmanuel Macron steht vor seiner ersten großen Belastungsprobe: Wegen einer Immobilienaffäre hat die französische Justiz Vorermittlungen gegen den Minister für den territorialen Zusammenhalt, Richard Ferrand, eingeleitet. Das teilte die Staatsanwaltschaft der nordwestfranzösischen Stadt Brest am Donnerstag mit. Die Affäre um ein früheres Immobiliengeschäft lastet
schon seit Tagen auf der Regierung von Frankreichs neuem Staatschef
Emmanuel Macron.

Der ehemalige Sozialist Ferrand gilt als rechte Hand von Emmanuel Macron, er ist Mitbegründer der Bewegung En Marche!. Schärfer noch als Macron attackierte der 54-Jährige im Wahlkampf  die Skandale des Republikaners François Fillon.

Beratertätigkeiten und Jobs für gute Bekannte

In der vergangenen Woche enthüllte das Satireblatt Le Canard enchaîné, der langjährige Generaldirektor einer gemeinnützigen Krankenversicherung in der Bretagne habe vor sieben Jahren seiner Lebensgefährtin ein lukratives Immobiliengeschäft zugeschanzt. Demnach erwarb seine Gefährtin 2011 ein extrem preiswertes Gebäude in Brest, für das die Versicherung 184 000 Euro Renovierungskosten übernahm und seither jährlich 42 000 Euro Miete zahlt. Nach Schätzung des Canard hat sich der Wert einer findig gegründeten Trägergesellschaft um das 3000-fache erhöht. Ferrand verweist darauf, dass die Staatsanwaltschaft bisher keinen Grund für strafrechtliche Ermittlungen sieht


Am Dienstag schrieb Le Monde, dass er auch nach seinem Rücktritt als Krankenkassenchef von der Versicherung 1250 Euro im Monat für Beratungstätigkeiten kassierte. Damals arbeitete er bereits als Parlamentarier. Zugleich beschäftigte er den Lebenspartner seiner Nachfolgerin mehr als zwei Jahre als parlamentarischen Assistenten. 2015 stellte Ferrand wiederum seinen Sohn an. Zudem nährt Le Monde den Verdacht, Ferrand habe als Kassenmanager seiner früheren Ehefrau geholfen, mindestens zwei Aufträge zur Renovierung eines Altenheims und eines Gesundheitszentrums zu ergattern. (red.)

(APA/red.)

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