USA verlegen Großteil der Flugzeugträger vor Ostasien

Die Nimitz vor wenigen Tagen nahe ihrer Heimatbasis Bremerton (Washington)
Die Nimitz vor wenigen Tagen nahe ihrer Heimatbasis Bremerton (Washington)APA/AFP/Navy Media Content Opera

Die USS Nimitz könnte binnen einer Woche zu den Trägern Carl Vinson und Ronald Reagan stoßen. Die Mission der Vinson, die dort seit spätestens April operiert, ist angeblich verlängert worden. Die Ballung an Trägern ist bemerkenswert.

Berichten der US-Marine sowie des Militärfachmagazins "Janes' Defence" zufolge könnten sich demnächst gleich drei große amerikanische Flugzeugträger mit insgesamt etwa 260 bis 300 Fluggeräten an Bord im Meer vor Ostasien, letztlich im Großraum China-Japan-Korea, befinden. Demnach verließ dieser Tage die USS "Nimitz", das 1975 in Dienst gestellte Typschiff der gleichnamigen nuklearen Flugzeugträgerklasse, seine Basis bei Bremerton im US-Bundesstaat Washington an der Pazifikküste mit Kurs Asien, heißt es.

Die Gewässer vor der ostjapanischen Küste könnten bei leicht erhöhter Marschgeschwindigkeit in einer Woche erreicht werden, das Japanische/Ostchinesische Meer sowie Südkorea ein paar Tage später.

Die Verlegung der Nimitz sei zwar seit langem geplant, auch gab die Navy keinen spezifischen Hafen an, den das Schiff im Westpazifik anlaufen werde. Allerdings befinden sich zur Zeit die Flugzeugträger "Carl Vinson" und "Ronald Reagan" ebenfalls im Ostchinesischen Meer, wo sie mit auf 1. Juni datierten Fotos zufolge Übungen mit der japanischen Marine abhalten. Die Reagan (Heimathafen Yokosuka nahe Tokio) ist ihrerseits erst vor kurzem zur Vinson gestoßen, die sich zuletzt seit April wieder in Gewässern im Umfeld der koreanischen Halbinsel aufhält.

Große Seemanöver mit Signalwirkung Nordkorea

An sich war zuletzt die Rede davon, dass die Vinson, die im Gefolge nordkoreanischer Raketen- und eines befürchteten Atomtests in der Region als erste aufgefahren war, kurz vor dem Ende ihrer Übungsfahrt stehen würde. Nun aber berichtet Jane's unter Verweis auf südkoreanische Medien, dass die Mission der Vinson vor Ostasien auf unbestimmte Zeit verlängert worden sei. Zudem würden südkoreanische Kriegsschiffe zu den US-japanischen Manövern dazustoßen.

USS Ronald Reagan (vorne) und Carl Vinson mit ihren Begleitschiffen sowie japanischen Einheiten im Meer zwischen Japan und China
USS Ronald Reagan (vorne) und Carl Vinson mit ihren Begleitschiffen sowie japanischen Einheiten im Meer zwischen Japan und ChinaREUTERS

 

Detailaufnahme der Carl Vinson (vorne) und Ronald Reagan
Detailaufnahme der Carl Vinson (vorne) und Ronald ReaganREUTERS

 

Angesichts der Aktionen Nordkoreas, das erst vor Tagen wieder einmal eine ballistische Rakete weit übers Meer Richtung Japan und in dessen Meeres-Wirtschaftszone hineingeschossen hatte, hatte US-Präsident Trump wiederholt mit "ernsthaften Aktionen" gegen Nordkorea gedroht, ohne diese näher auszuführen.

Ungewöhnliche Ballung

Drei amerikanische "Supercarrier" in einer einigermaßen begrenzten Weltregion gleichzeitig sind allerdings eine ungewöhnliche Ballung. Die US Navy verfügt derzeit über zehn aktive Träger der Nimitz-Klasse (das erste Schiff der neuen Gerald-Ford-Klasse ist auf Übungsfahrt und noch nicht in die Navy übernommen), wobei einige - derzeit sind es vier - stets in Überholung oder Wartung sind. Zwei Träger (Eisenhower und Roosevelt) sind im Moment auf Übungsfahrt im Atlantik bzw. in Vorbereitung für eine Verlegung im Pazifik später im Jahr. Damit kreuzt die Hälfte der grundsätzlich einsatzfähigen US-amerikanischen Trägerflotte bzw. drei von vier operativen Trägern im ostasiatischen Krisengebiet.