Mindestsicherung

Das große Wandern: Wer zieht des Geldes wegen nach Wien?

Amena (26) flüchtete im Sommer 2015 mit ihrem damals zwei Monate alten Buben Taleb aus Syrien. Heute lebt sie in Steyr – ihr Mann Mohammed durfte im Dezember 2016 nachkommen.
Amena (26) flüchtete im Sommer 2015 mit ihrem damals zwei Monate alten Buben Taleb aus Syrien. Heute lebt sie in Steyr – ihr Mann Mohammed durfte im Dezember 2016 nachkommen.(c) Hermann Wakolbinger

Die großen Kürzungen der Mindestsicherungen in manchen Bundesländern haben den Zuzug von Flüchtlingen nach Wien noch verstärkt. Doch höhere Sozialleistungen sind nicht der einzige Grund, warum Syrer, Afghanen und Iraker in der Bundeshauptstadt leben wollen. Eine Spurensuche.

Amenas Vorstellung von Wien hatte sie aus kitschigen Sisi-Filmen: Wien, die Stadt der Musik, Wien, die Stadt der epochalen Bauten mit dem Charme der Monarchie. Zwar war ihr erster Eindruck von Wien im Herbst 2015 der des Flüchtlingsheims in Wien-Erdberg. Aber sie und ihr damals erst drei Monate alter Sohn machten Ausflüge in die Innenstadt: „Wien ist wirklich genauso schön, wie ich es mir dachte.“ Heute lebt Amena mit ihrer Familie in einer kleinen Wohnung in Steyr in Oberösterreich, wo sie zur Abwicklung des Asylverfahrens hingebracht wurde – ihr Mann Mohammed kam im Dezember 2016 nach. Die 26-Jährige spricht mittlerweile fließend Deutsch, die Familie hat viele Freunde. Dennoch kann sie Wien nicht vergessen.