Shell liefert Benzin und Diesel direkt an Autofahrer

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In Rotterdam kommt die Tankstelle direkt zum Auto. Shell bietet in einem Pilotprojekt ein Tankservice. Der Treibstoff wird – per Elektroauto – angeliefert und getankt. Die Autofahrer müssen nur angeben, wo ihr Auto steht.

Den Haag. Der niederländisch-britische Öl- und Gaskonzern Royal Dutch Shell verfügt über eines der engmaschigsten Tankstellennetze in Europa. Fast überall, wo der Autofahrer zwischen Schweden und Portugal unterwegs ist, findet er bei Bedarf Shell-Tankstellen. Jetzt will Shell das Tanken für den Autofahrer noch einfacher und komfortabler machen. Der Öl-Konzern will den Treibstoff direkt zum Auto liefern und das Auto auf Wunsch sogar auftanken. Tap Up heißt das neue Shell-Tanksystem, das in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam als Pilotprojekt in Europa angelaufen ist. Das Tap-Up-System funktioniert mit einer von Shell entwickelten App namens Tap Up.

Der Kunde kann über diese Shell-App Benzin oder Diesel bei Shell bestellen. Shell liefert dann. Ironie der Geschichte: Das Benzin oder der Dieselbrandstoff werden durch Shell mit einem Elektroauto ausgeliefert. Der Besitzer des Autos braucht beim Auftanken nicht persönlich anwesend zu sein. Er muss nur über die App auf einer Karte direkt und exakt angeben, wo sein Auto steht. Und er muss bei seinem Auto den Tankverschluss öffnen, damit Shell vor Ort auch wirklich nachtanken kann.

Dann kommt der Shell-Tap Up-Service, und schon ist der Tank des Autos wieder voll. Abgerechnet wird auch über die Shell-App. Die Preise des Tap-Up-Systems orientieren sich im Prinzip an den Preisen der Shell-Tankstellen, „liegen aber meist etwas darunter“, sagt Machteld de Haan, Shell-Managerin für die Region Benelux.

 

3,95 Euro Zustellkosten

Für den Liter Benzin rechnet Shell derzeit 1,54 Euro, der Liter Diesel kostet in Rotterdam 1,20 Euro. Außerdem fallen einmalige Zustellkosten für das Volltanken von 3,95 Euro an. „Die Wünsche und Bedürfnisse der Autofahrer verändern sich ständig. Wir wollen mit unserem neuen Tap-Up-Service diese Wünsche bedienen“, begründet die Shell-Managerin die Einführung des neuen Kundenservices des Ölkonzerns.

Wenn sich das Pilotprojekt des Tap-Up-Service in Rotterdam bewährt, soll es bald auch überall in den Niederlanden und danach auch in Belgien und Luxemburg eingeführt werden, heißt es seitens Shell.

In den USA sind Tap-Up-Servicedienste im Silicon Valley in Kalifornien ebenfalls aktiv. Sie werden dort aber nicht von Shell, sondern von Firmen namens We fuel (Wir tanken) oder Booster Fuels schon seit 2014 angeboten.