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Kurz besucht zum dritten Mal die Ukraine

(c) AUSSENMINISTERIUM/DRAGAN TATIC
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Österreich bietet Hilfe für Minenopfer im Kriegsgebiet an.

Kiew/Wien. Zum dritten Mal in diesem Jahr reiste Sebastian Kurz in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Mittwoch in die Ukraine. Die Entspannung der Lage in dem kriegsgebeutelten osteuropäischen Land ist einer der Schwerpunkte des diesjährigen österreichischen Vorsitzes.

Kurz traf in Kiew mit Vertretern der OSZE-Beobachtermission zusammen, deren mehr als 650 Beobachter hauptsächlich im Osten des Landes stationiert sind. Ende April kam es zu einem tödlichen Zwischenfall, als ein gepanzerter Jeep einer OSZE-Patrouille auf eine Antipanzermine fuhr und ein Mitarbeiter der Mission getötet wurde. Kurz' Besuch in Kiew sollte auch als Zeichen der Unterstützung der Mission verstanden werden. Weiters standen Treffen mit seinem Kollegen Pawlo Klimkin und Präsident Petro Poroschenko auf dem Programm.

Weil die Lage vor Ort äußerst volatil ist und eine Rund-um-die-Uhr-Beobachtung laut OSZE für die zivilen Beobachter zu riskant ist, sollen technische Hilfsmittel wie Drohnen und Wärmebildkameras die Beobachter auch künftig bei ihrer Arbeit unterstützen. Auch sei die Erhöhung ihrer Zahl auf 1000 „in den nächsten Monaten“ vorgesehen, so das Außenamt.

 

Gefahr entlang der Front

Am Mittwoch beschäftigte sich auch der österreichische Ministerrat mit der Ukraine. Er verabschiedete ein Hilfspaket von einer Million Euro, mit dem Maßnahmen des Roten Kreuzes „zum Schutz der Zivilbevölkerung im Bereich der Entminung und der Rehabilitation von Minenopfern“ unterstützt werden. Das Geld stammt jeweils zur Hälfte aus dem Auslandskatastrophenfonds und von der Österreichischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit.

Entlang der 480 Kilometer langen Frontlinie kommt es häufig zu von Minen ausgelösten Unfällen. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2017)