Wiener erhält Sitz im Directors Board.
WIEN (ag./mhk). Als Rennfahrer hat sich der Wiener Toto Wolff über Jahre einen Namen gemacht. Nun rückt er auch als Investor in die Öffentlichkeit. Der 37-Jährige übernahm von Frank Williams und Patrick Head einen Minderheitsanteil an der Williams Grand Prix Engineering Limited (Williams F1) und erhält auch einen Sitz im Directors Board der Gesellschaft.
Wie hoch der Anteil des Beteiligungsunternehmens um Toto Wolff ist, wurde nicht bekannt gegeben, auch nicht die Höhe der Investitionen. Wolffs Sprecher Christian Kuda meinte: „Eine Minderheitsbeteiligung reicht bis 49,5 Prozent. Da mit dem Investment ein Sitz im Direktorium verbunden ist, kann man davon ausgehen, dass es sich nicht um drei oder vier Prozent handelt.“
Interessant geworden sei der Einstieg in die Formel 1, weil sich deren wirtschaftliche Rahmenbedingungen geändert hätten. „Durch das Ressource Restrictions Agreement wurden die Ausgaben drastisch reduziert. Gleichzeitig steigen die Einnahmen für die Teams aus den kommerziellen Rechten nach dem neuen Concorde Agreement.“ Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, in ein Topteam zu investieren, das Teil des Einnahmentopfes von Ecclestone sei.
In einer Aussendung meinte Wolff, Williams sei „seit jeher integraler Bestandteil der Königsklasse. Es ist ein absolutes Privileg für mich, die Gelegenheit bekommen zu haben, mich bei diesem Team zu beteiligen.“
Wolff, der in der Schweiz lebt, ist seit 1998 im Bereich Venture-Capital-Unternehmen tätig und unter anderem an der HWA AG, beteiligt, die für Daimler etwa den Rennsport koordiniert. Daneben ist Wolff an einer Management-Gesellschaft mit Formel-1-Ex-Weltmeister Mika Häkkinen beteiligt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.11.2009)