Die Britischen Inseln der Ratlosigkeit

Die britische Jugend hat im Vorjahr en gros nicht für den EU-Ausstieg gestimmt.
Die britische Jugend hat im Vorjahr en gros nicht für den EU-Ausstieg gestimmt.(c) REUTERS (HANNAH MCKAY)
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Großbritannien stolpert von einer Abstimmung zur nächsten. Aber so richtig entscheiden kann man sich nie. Auf der Strecke bleibt die Zukunft in einem Land, dessen Volk zersplittert.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Nicht weniger als vier Mal wurden die Briten in den vergangenen vier Jahren zu Entscheidungen über Wohl und Wehe der Nation aufgerufen. Dabei halten sie es – wie die Parlamentswahl am Donnerstag gezeigt hat – zunehmend mit der sprichwörtlichen Position, die sich ihr Außenminister, Boris Johnson, gern zu eigen macht: „Wenn es darum geht, ob ich meinen Kuchen haben oder essen will, bin ich entschieden dafür, ihn zu haben und zu essen.“

Denn so oft die Briten auch zu den Urnen gehen, sie scheinen sich nicht entscheiden zu können. Das schottische Unabhängigkeitsreferendum im September 2014 ergab mit 55,3 Prozent Nein zum Alleingang der Schotten ein scheinbar eindeutiges Ergebnis. In die schottische Regionalwahl im Mai 2016 gingen die Nationalisten aber bereits wieder mit dem Versprechen einer neuen Volksabstimmung „bei einer grundlegenden Veränderung der Umstände“ – und sie gewannen dann wirklich triumphal.

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