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US Open: Die heikelsten Abschläge des Jahres

(c) GEPA pictures
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Bei den am Donnerstag beginnenden US Open in Erin Hills, Wisconsin, wird die Elite um den Burgenländer Bernd Wiesberger mit den traditionell härtesten Bedingungen konfrontiert.

Erin/Wien. Erstmals finden die US Open und damit das zweite der vier Golf-Majors in Wisconsin statt. Erin Hills am Lake Michigan ist ab Donnerstag Schauplatz des seit 1895 ausgetragenen Turniers, das traditionell als das vermeintlich schwierigste des Jahres gilt. Titelverteidiger ist der US-Amerikaner Dustin Johnson, bei 12 Mio. Dollar Dotation kassiert der Sieger erstmals über zwei Mio. Dollar Preisgeld. Im Vorjahr hatte Johnson in Oakmond für seinen ersten ganz großen Sieg im Profigolfsport 1,8 Millionen kassiert, sein Höhenflug hat angehalten. Inzwischen ist der 32-jährige Longhitter aus Columbia im US-Bundesstaat South Carolina die Nummer eins der Welt.

Ein neuerlicher Sieg würde den Schwiegersohn von Eishockey-Legende Wayne Gretzky doppelt freuen. Denn der Schlusstag der US Open ist traditionell der amerikanische Vatertag – und seine Verlobte Paulina Gretzky brachte unmittelbar vor dem Turnier per Kaiserschnitt den zweiten gemeinsamen Sohn zur Welt. Johnson ist freilich die Schlussrunde des Vorjahres unvergessen geblieben, weil man ihn dabei viel zu spät darüber informiert hatte, dass ihm eventuell ein Strafschlag droht. Johnson aber blieb cool und holte mit drei Schlägen Vorsprung seinen ersten Major-Titel.

 

Der Traum vom Cut

Die Regeldiskussionen haben danach angehalten. Mehrfach wurde vor allem über Strafen diskutiert, die erst dank hochauflösender TV-Bilder ausgesprochen werden konnten. Dem versuchen die Regelhüter nun nicht nur in den USA entgegen zu wirken, indem man sich – wie im Golf eigentlich üblich – künftig wieder vermehrt an dem orientiert, was mit freiem Auge zu sehen ist.

Der über 7100 Meter lange Par-72 Kurs in Erin Hills ist für alle Spieler Neuland. Bei den US Open werden die besten Profis der Welt traditionell mit den schwierigsten Bedingungen des Jahres konfrontiert. Auch mitunter deshalb sind die US Open nach wie vor das einzige Major, bei dem Bernd Wiesberger noch nie den Cut geschafft hat. Österreichs Nummer eins glaubt zu wissen, was er bei seinem vierten Antreten zu erwarten hat. „Das wird sicher die schwierigste Golfwoche des Jahres, in der man Birdies an einer Hand abzählen kann. Also definitiv kein Zuckerschlecken“, meinte der Burgenländer vor seinem Abflug.

Wiesberger hatte die heimischen Lyoness Open als Generalprobe auserkoren gehabt, war nach Platz 15 in Atzenbrugg aber nicht wirklich zufrieden. „Nur die ersten zwei Runden waren so, wie ich auch bei den Open spielen sollte“, lautete die Erkenntnis des Weltranglisten-30. Auch in Erin Hills wird der Platz hart und schnell sein. „Ich muss daher schauen, dass meine Fehlschläge nicht so gravierend sind wie in Atzenbrugg und dass ich vom Tee stärker und schärfer bin“, sagte Wiesberger, der Donnerstag um 21.20 Uhr MESZ (live in Sky) abschlägt. In der Tat wird bei den US Open traditionell vor allem des exakte Spiel vom Abschlag belohnt. Auch deshalb sind die Scores dort meist relativ hoch. „Es heißt daher, den Fokus eng und die Erwartungshaltung niedrig zu halten. Man wird ein Par als gutes Ergebnis akzeptieren, manchmal sogar um Bogeys kämpfen und trotzdem positiv bleiben müssen. Und, man darf sich nie gehen lassen.“

 

Ein Meer an Fans

Auf den 31-jährigen Oberwarter kommt also ein weiterer Charaktertest zu, nachdem schon in Atzenbrugg sein großer Kampfgeist nicht belohnt worden ist. „Zum Glück fang man auch im Golf immer wieder bei Null an.“

In Erin Hills ist natürlich fast alles am Start, was im Profigolfsport Rang und Namen hat. 35.000 Zuschauer werden täglich erwartet. Als besonders aussichtsreicher Tipp wird der spanische Aufsteiger Jon Rahm gehandelt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2017)