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Öffentliche Hand warb im ersten Quartal um 35 Millionen Euro

Infrastrukturminister Jörg Leichtfried
Infrastrukturminister Jörg LeichtfriedAPA/GEORG HOCHMUTH
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Die Bundesregierung gab 4,7 Millionen Euro aus, die Stadt Wien 4,1 Millionen Euro. Der größte Anteil der öffentlichen Werbegelder entfiel auf die "Kronen Zeitung". Unter den Ministerien war das Infrastrukturressort am werbefreudigsten.

34,6 Millionen Euro hat die öffentliche Hand im ersten Quartal 2017 in Werbung investiert. Die Bundesregierung gab 4,7 Millionen Euro aus, die Stadt Wien 4,1 Millionen Euro, die restlichen acht Bundesländer zusammen 1,8 Millionen Euro. Zählt man die Beteiligungen der Stadt Wien hinzu, betrugen die Werbeausgaben der Hauptstadt ungefähr sechs Millionen Euro, geht aus der Medientransparenzdatenbank hervor.

Der größte Anteil der öffentlichen Werbegelder entfiel auf die "Kronen Zeitung": Das reichweitenstarke Medienhaus lukrierte im ersten Jahresviertel rund 3,8 Millionen Euro. Dahinter folgten die Gratistageszeitungen "Heute" mit 2,5 Millionen Euro und "Österreich" mit 2,4 Millionen Euro. Zusammen kamen die drei Boulevardmedien auf 8,7 Millionen Euro.

Infrastrukturministerium am werbefreudigsten

Unter den Ministerien war das Infrastrukturressort von Jörg Leichtfried (SPÖ) am werbefreudigsten: Eine Million Euro wurde der Kommunikationsbehörde KommAustria gemeldet. Dahinter liegt das ebenfalls SPÖ-geführte Verteidigungsministerium mit 765.000 Euro. Am drittspendabelsten war das Kanzleramt mit 634.000 Euro, vor dem Landwirtschaftsministerium mit 591.000 Euro.

Von den großen staatsnahen Unternehmen gehörten die ÖBB heuer bisher zu den eifrigsten Werbern. Die Bundesbahnen gaben zwischen Jänner und März 2017 rund 1,4 Millionen Euro aus. Nicht viel weniger waren es bei der Post mit 1,2 Millionen Euro. Die Telekom Austria sowie die OMV sind nicht meldepflichtig, da der Anteil der öffentlichen Hand unter 50 Prozent liegt.

Seit dem Inkrafttreten des Medientransparenzgesetzes Mitte 2012 müssen öffentliche Stellen für jedes Quartal ihre Werbeaufwendungen und Inseratenzahlungen angeben - allerdings erst ab Überschreiten einer Bagatellgrenzen von 5000 Euro, was vom Rechnungshof bereits kritisch bemerkt wurde. Die Ausgabenhöhe wird an die KommAustria gemeldet und von dieser veröffentlicht. Die seither gemeldete Summe beläuft sich mittlerweile auf rund 902 Millionen Euro. Grund für die Verabschiedung des Medientransparenzgesetzes war die jahrelange Kritik an hohen öffentlichen Inseratenaufträgen für Boulevard- und Gratismedien.

(APA)