Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Kandidatur per YouTube-Video

Heinz Fischer kandidiert per Video
(c) REUTERS (Leonhard Foeger)
  • Drucken

Heinz Fischers Wiederkandidatur als Videobotschaft soll jüngere Wählerschichten ansprechen.

Jung, hip und multimedial muss man heutzutage sein. Scheinbar ohne Berührungsängste mit der Jugend ging Bundespräsident Heinz Fischer ins Internet - per YouTube-Videobotschaft auf seiner persönlichen Homepage. Vermutlich inspiriert durch den Erfolg, den die aktuellen Studentenproteste über Twitter, Facebook und andere Web-Medien erreicht hatten, wurde dem Amtsinhaber wohl geraten, diesen Schritt zu tätigen. Eine Besetzung der Hofburg ist aber nicht in Sicht.

Dem Video ging eine Ankündigung in der Facebook-Gruppe „Wiederkandidatur von Heinz Fischer!" (mit Rufzeichen) voraus. Unterstützer Stefan Bachleitner alarmierte darin die mehr als 6000 Gruppenmitglieder vorab, dass um 10.45 Fischer seine Wiederkandidatur per Video ankündigen werde. Woher er seine Informationen bezog, wollte Bachleitner, Gründer der PR-Agentur „The Skills Group" im Gespräch mit der „Presse" nicht preisgeben. Es handle sich aber um „eine direkte Quelle".

Gleichzeitig betonte er, die Unterstützung Fischers sei eine persönliche Entscheidung seine Agentur sei nicht involviert. Auch mit dem Personenkomitee für die Wiederwahl von Heinz Fischer, das heute vorgestellt wird, habe er nichts zu tun, sagt Bachleitner. Er werde aber bei einer Pressekonferenz Fischers am Mittwoch dabei sein: „Da wird sich dann einiges aufklären."

Enkelin und Mannerschnitten

Zwar besteht die Unterstützer-Gruppe auf Facebook aus mehreren Tausend Mitgliedern, sehr aktiv sind diese aber nicht. Dafür hat Bachleitner kompensiert. Von Ende Oktober bis zur Veröffentlichung des Videos hat Bachleitner fünf der sieben erschienenen Beiträgen online gestellt.

Das Video selbst ist in High Definition gedreht, was erst seit Kurzem auf YouTube angezeigt werden kann. Zu sehen sind - neben Fischer selbst - auch zahlreiche Gegenstände auf seinem Schreibtisch wie ein Bild seiner Enkelin oder Mannerschnitten. Angeblich alles Utensilien, die sich täglich auf dem Schreibtisch des Präsidenten befinden.

In den Kommentaren unter der Botschaft reagieren die YouTube-Benutzer großteils positiv. Einigen gefällt besonders der Filzstift-Soundeffekt zu Beginn des Videos. Andere kritisieren, dass der Beitrag nicht gerade mitreißend sei. Immerhin tut sich auf YouTube mehr als auf Facebook. Dort gab es seit der Veröffentlichung erst zwei neue Einträge - diesmal aber nicht von Stefan Bachleitner.